Wer zu Hause ein wirklich großes Bild will, landet schnell bei einem Ultra-Kurzdistanzprojektor. Hisense legt seinen PX3 PRO jetzt neu auf und geht beim PX4 PRO vor allem bei Helligkeit, Bildgröße und Gaming einen Schritt weiter. Der Preis bleibt mit 3.499 Euro allerdings klar in der Heimkino-Oberklasse.
Hisense PX4 PRO schafft jetzt bis zu 200 Zoll
Beim Vorgänger PX3 PRO war bei 150 Zoll Schluss. Der neue PX4 PRO kann laut Hisense Bilder zwischen 80 und 200 Zoll projizieren. Das ist ein deutlicher Sprung und dürfte vor allem für große Wohnzimmer oder separate Heimkinoräume interessant sein. Der PX3 PRO kam auf 80 bis 150 Zoll und 3.000 ANSI Lumen.
Dabei bleibt Hisense beim Ultra-Kurzdistanzprinzip. Mit einem Throw Ratio von 0,2:1 steht der Projektor nah an der Wand beziehungsweise Leinwand. Ein klassischer Beamer an der gegenüberliegenden Raumseite ist damit nicht nötig.
Die wichtigsten Eckdaten:
- 80 bis 200 Zoll Bilddiagonale
- 3.500 ANSI Lumen
- TriChroma RGB-Laser
- 118 Prozent BT.2020-Farbraumabdeckung
- siebenstufig einstellbare Iris
- Dolby Vision, HDR10+ und IMAX Enhanced
- 2K mit bis zu 240 Hz beim Gaming
- 1 Millisekunde Input-Lag bei 2K und 240 Hz
- FreeSync Premium, VRR und ALLM
- 4.0.2-Soundsystem mit 66 Watt
- VIDAA, WiFi 7 und Bluetooth 5.4
3.500 ANSI Lumen sind der interessantere Fortschritt
200 Zoll klingen auf dem Datenblatt spektakulär. Im Alltag dürfte die höhere Lichtleistung aber wichtiger sein. Hisense steigert sie von 3.000 ANSI Lumen beim PX3 PRO auf 3.500 ANSI Lumen beim PX4 PRO.
Das heißt für dich: Der Projektor bekommt etwas mehr Reserven für Räume, die sich nicht vollständig abdunkeln lassen. Wunder sollte man trotzdem nicht erwarten. Auch 3.500 ANSI Lumen ändern nichts daran, dass ein Projektor bei Tageslicht andere Voraussetzungen hat als ein Fernseher. Eine passende ALR-Leinwand dürfte bei einem Gerät dieser Preisklasse weiterhin eine sinnvolle Ergänzung sein.
Hisense kombiniert die höhere Helligkeit mit seiner LPU Digital Laser Engine 3.0, einer RGB-Triple-Laser-Lichtquelle und einer siebenstufigen Iris. Der Hersteller gibt einen Kontrast von bis zu 6.500:1 an. Dolby Vision, HDR10+ und IMAX Enhanced sollen HDR-Inhalte unterstützen.
Interessant ist auch ChromaFix. Hisense will damit Farbsäume und den bei DLP-Projektoren möglichen Regenbogeneffekt reduzieren. Wie gut das funktioniert, lässt sich ohne eigenen Test allerdings nicht seriös beurteilen.
Gaming wird beim PX4 PRO deutlich wichtiger
Beim Gaming hebt sich der PX4 PRO stärker von typischen Heimkino-Projektoren ab. Hisense bewirbt das Modell als weltweit ersten Ultra-Kurzdistanz-Laserprojektor mit FreeSync-Premium-Zertifizierung. Dazu kommen VRR und eine Bildrate von bis zu 240 Hz.
Die 240 Hz gibt es allerdings nicht bei voller 4K-Auflösung. Hisense nennt 2K mit 240 Hz und verspricht dabei einen Input-Lag von einer Millisekunde. Das ist eine wichtige Einschränkung, wenn du die großen Zahlen auf dem Datenblatt vergleichst.
Für schnelle Shooter oder Rennspiele klingt diese Kombination trotzdem interessant. Dolby Vision Gaming und ALLM ergänzen die Gaming-Ausstattung. Xbox Cloud Gaming soll später über ein VIDAA-Update folgen. Damit könnte der Projektor Spiele direkt über die Cloud wiedergeben, ohne dass zwingend eine Konsole danebenstehen muss.
Der Ton soll eine separate Soundbar teilweise ersetzen
Hisense baut ein 4.0.2-System mit sechs Lautsprechern und insgesamt 66 Watt ein. Die Abstimmung übernimmt Devialet. Dolby Atmos und DTS gehören ebenfalls zur Ausstattung. Das offizielle Produktdatenblatt bestätigt das 4.0.2-System und 66 Watt Ausgangsleistung.
Für Nachrichten und Serien dürfte das vielen Nutzern reichen. Wer bei 150 oder sogar 200 Zoll echtes Kinogefühl sucht, wird vermutlich trotzdem über ein separates Soundsystem nachdenken.
VIDAA übernimmt die Smart-TV-Funktionen. Netflix, YouTube, Disney+ und Prime Video lassen sich laut Hisense direkt über die Plattform nutzen, wobei die App-Verfügbarkeit vom jeweiligen Land abhängen kann.
Was gut klingt und was wir noch testen müssten
Der PX4 PRO verbessert genau die Punkte, bei denen Ultra-Kurzdistanzprojektoren kämpfen: Helligkeit, Schwarzdarstellung und Gaming-Latenz. Vor allem die Kombination aus 3.500 ANSI Lumen, einstellbarer Iris und 240-Hz-Modus liest sich stark.
Die maximale Bildgröße von 200 Zoll ist dagegen eher etwas für Käufer mit sehr viel Platz. Schon 120 oder 150 Zoll benötigen eine große freie Wand und eine entsprechend große Leinwand. Interessant ist dabei ein Detail: Die automatische Bildschirmausrichtung funktioniert laut Hisense nur bis 120 Zoll. Wer größer projizieren möchte, kann sich auf diese Automatik also nicht verlassen.
Auch die versprochenen Verbesserungen bei Schwarzwert, Farbdarstellung und Regenbogeneffekt müssen sich erst im Praxistest beweisen. Herstellerangaben erzählen hier nur einen Teil der Geschichte.
Für wen lohnt sich der Hisense PX4 PRO?
Der PX4 PRO richtet sich an Nutzer, die einen sehr großen Fernseher ersetzen möchten und 100 Zoll oder mehr wirklich ausnutzen können. Für Filmfans mit separater Leinwand ist das Konzept ebenso interessant wie für Gamer, die niedrige Latenzen und hohe Bildraten suchen.
Wer dagegen bei 65 oder 75 Zoll bleibt, bekommt für 3.499 Euro sehr starke Mini-LED- oder OLED-Fernseher und muss sich weniger Gedanken über Leinwand, Aufstellung und Umgebungslicht machen.
Unsere Einschätzung
Hisense entwickelt den PX3 PRO beim PX4 PRO an den richtigen Stellen weiter. 3.500 ANSI Lumen, bis zu 200 Zoll und der 2K-Modus mit 240 Hz machen das neue Modell deutlich vielseitiger. Gerade die Gaming-Ausstattung hebt ihn von vielen klassischen Heimkino-Projektoren ab. Ob Bildqualität, Schwarzwert und die versprochene geringe Latenz in der Praxis überzeugen, muss ein Test zeigen. Der Hisense PX4 PRO ist laut Hersteller ab sofort erhältlich und kostet 3.499 Euro UVP.