Wer Filme und Serien über eine AR-Brille schauen möchte, braucht normalerweise noch ein Smartphone, Notebook oder eine andere Zuspielquelle. Der RayNeo Pocket TV Pro soll genau diese Rolle übernehmen. Das kompakte Gerät bringt Google TV, einen eigenen Akku und internen Speicher mit und funktioniert damit weitgehend unabhängig vom Smartphone.
Besonders interessant wird der Pocket TV Pro zusammen mit der RayNeo GT und GT Max. In dieser Kombination unterstützt das System Dolby Vision. RayNeo bezeichnet es deshalb als weltweit erstes Dolby-Vision-System für AR-Brillen.
Technische Daten des RayNeo Pocket TV Pro
| Merkmal | RayNeo Pocket TV Pro |
|---|---|
| Betriebssystem | Google TV |
| Chipsatz | Amlogic S905X5M-J |
| Arbeitsspeicher | 3 GB DDR |
| Interner Speicher | 64 GB eMMC |
| Speichererweiterung | microSD, bis zu 2 TB |
| Akku | 6.500 mAh / 3,8 V |
| Akkulaufzeit | Bis zu 5,5 Stunden Videowiedergabe |
| Videoausgang | DisplayPort 1.2 |
| VP9 | Bis zu 4K bei 60 fps |
| H.265 / HEVC | Bis zu 4K bei 60 fps |
| H.264 / AVC | Bis zu 4K bei 30 fps |
| Unterstützte Videoformate | MKV, WMV, MPG, MPEG, AVI, MOV, MP4, RM |
| Dolby Vision | RayNeo GT Max und RayNeo GT |
| SDR-Kompatibilität | RayNeo Air 2 und neuere AR-Brillen |
| Leistungsaufnahme | Eingeschaltet maximal 7 W |
| Betriebstemperatur | 0 bis 35 °C |
Die technischen Angaben stammen aus den Produktunterlagen von RayNeo. Die Kompatibilität führt RayNeo separat auf: Dolby Vision gibt es mit GT und GT Max, SDR mit der Air 2 und neueren RayNeo-Modellen.




Google TV direkt an der AR-Brille
Auf dem Pocket TV Pro läuft Google TV. Damit stehen bekannte Streaming-Dienste direkt auf dem Gerät zur Verfügung. Laut RayNeo gehören unter anderem YouTube, Netflix, Prime Video und Disney+ zu den unterstützten beziehungsweise vorinstallierten Apps.
Der praktische Vorteil liegt auf der Hand: Du musst dein Smartphone beim Streaming nicht dauerhaft mit der Brille verbinden. Der Pocket TV Pro übernimmt die Rolle des Players und liefert das Bild direkt an die kompatible RayNeo-Brille.
Für Reisen oder längere Zugfahrten ist das ein interessanter Ansatz. Statt Smartphone-Akku und Streaming-Verbindung gleichzeitig zu belasten, übernimmt der Pocket TV Pro die Medienwiedergabe als eigenes Gerät.
Dolby Vision gibt es nicht mit jeder RayNeo-Brille
Ein Punkt sollte beim Kauf klar sein: Die vollständige Dolby-Vision-Unterstützung funktioniert laut Hersteller mit der RayNeo GT und GT Max. Bei AR-Brillen ab der RayNeo Air 2 steht dagegen SDR zur Verfügung.
Noch stärker schränkt RayNeo die Nutzung bei anderen Herstellern ein. Der Pocket TV Pro ist laut Produktunterlagen nicht mit AR-Brillen anderer Marken kompatibel.
Damit ist das Gerät weniger ein universeller Streaming-Player für beliebige Videobrillen als vielmehr ein Zubehör für das eigene RayNeo-Ökosystem. Wer bereits eine passende GT oder GT Max besitzt, bekommt dafür die interessanteste Kombination.
Bis zu 5,5 Stunden ohne externe Stromversorgung
Im Pocket TV Pro steckt ein Akku mit 6.500 mAh beziehungsweise 3,8 Volt. RayNeo gibt eine Laufzeit von bis zu 5,5 Stunden kontinuierlicher Wiedergabe an.
Das reicht auf dem Papier problemlos für mehrere Serienfolgen oder zwei längere Filme. Wie nah man im Alltag an die Herstellerangabe herankommt, lässt sich ohne eigenen Test allerdings noch nicht beurteilen.
Beim Speicher ist der Pocket TV Pro recht flexibel. Intern stehen 64 GB bereit. Über eine microSD-Karte lässt sich der Speicher laut RayNeo auf bis zu 2 TB erweitern.
Das ist gerade für lokale Inhalte interessant. Wer Filme oder Serien vorher speichert, ist unterwegs weniger von einer stabilen Internetverbindung abhängig.
Auch lokale 4K-Videos sind vorgesehen
Beim Video-Decoding unterstützt der verbaute Amlogic-Chip unter anderem VP9 und H.265 mit bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde. H.264 wird laut Datenblatt mit bis zu 4K bei 30 Bildern pro Sekunde verarbeitet. Unterstützt werden Dateiformate wie MKV, WMV, AVI, MOV und MP4.
Damit richtet sich der Pocket TV Pro nicht ausschließlich an Nutzer von Netflix, Disney+ und Prime Video. Auch eine eigene Mediathek auf einer microSD-Karte lässt sich grundsätzlich nutzen, sofern die jeweiligen Dateien in einem unterstützten Format vorliegen.
Gerade diese Kombination aus Streaming und lokalem Speicher macht das Gerät interessanter als einen reinen Streaming-Stick. Der Pocket TV Pro bringt Stromversorgung, Speicher und Wiedergabe in einem separaten Gerät zusammen.
Was gut klingt und wo die Grenzen liegen
Das Konzept ergibt Sinn. Statt das Smartphone als Zuspieler zu verwenden, bekommt die AR-Brille mit dem Pocket TV Pro eine eigene kompakte Medienzentrale. Google TV, ein eigener Akku und erweiterbarer Speicher passen gut zu diesem Ansatz.
Interessant finde ich vor allem die Kombination aus Streaming und lokalen Videodateien. Gerade unterwegs dürfte das angenehmer sein, als ständig Smartphone-Akku und Speicherplatz im Blick behalten zu müssen.
Die klare Grenze ist die Kompatibilität. Wer bereits eine AR-Brille eines anderen Herstellers besitzt, kann mit dem Pocket TV Pro laut RayNeo nichts anfangen. Selbst innerhalb der eigenen Produktfamilie steht Dolby Vision nur mit GT und GT Max zur Verfügung. Das sollte man vor dem Kauf berücksichtigen.
Für wen lohnt sich der RayNeo Pocket TV Pro?
Am interessantesten dürfte der Pocket TV Pro für Besitzer einer RayNeo GT oder GT Max sein, die ihre Brille häufig für Filme und Serien verwenden. Gerade unterwegs kann ein eigenständiger Google-TV-Player komfortabler sein als die permanente Verbindung mit dem Smartphone.
Auch Nutzer mit einer RayNeo Air 2 oder einem neueren Modell können das Gerät verwenden, müssen laut Hersteller jedoch auf Dolby Vision verzichten und bekommen SDR.
Wer dagegen eine AR-Brille einer anderen Marke besitzt, sollte sich nach einer anderen Lösung umsehen.
PixelFlow-Einordnung
Der RayNeo Pocket TV Pro löst ein ziemlich konkretes Problem: Er macht eine kompatible RayNeo-Brille deutlich unabhängiger von Smartphone oder Notebook. Google TV, 64 GB Speicher, microSD-Erweiterung und der 6.500-mAh-Akku ergeben dafür eine schlüssige Kombination.
Interessant ist vor allem Dolby Vision zusammen mit GT und GT Max. Wie gut Bildqualität, Bedienung und die versprochenen 5,5 Stunden Akkulaufzeit tatsächlich ausfallen, muss allerdings ein Praxistest zeigen.