Speediance Gym Nano: 100 kg Widerstand für unterwegs

Digitaler Widerstand ist praktisch, hängt bei smarten Kraftstationen aber meist an einem festen Trainingsplatz. Speediance will dieses Prinzip mit dem Gym Nano mobil machen. Das kompakte System wiegt 8,2 Kilogramm, liefert bis zu 100 Kilogramm Widerstand und soll gleichzeitig Leistungsdaten während des Trainings erfassen.

8,2 Kilogramm Gerät, bis zu 100 Kilogramm Widerstand

Das Gym Nano arbeitet mit einem digitalen Direktantrieb und erreicht laut Speediance bis zu 100 Kilogramm beziehungsweise 220 lb Widerstand. Bemerkenswert ist dabei das Verhältnis zur Größe: Das Gerät selbst wiegt lediglich 8,2 Kilogramm.

Der Kabelweg beträgt bis zu 5,1 Meter. Das Kabel kann sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 6,4 Metern pro Sekunde bewegen. Speediance zielt damit nicht allein auf klassische Kraftübungen. Auch Sprintwiderstand, Sprünge und Rotationsbewegungen sollen möglich sein.

Die wichtigsten technischen Angaben:

  • Gewicht: 8,2 kg
  • Maximaler Widerstand: 100 kg
  • Kabelweg: bis zu 5,1 m
  • Kabelgeschwindigkeit: bis zu 6,4 m/s
  • Abmessungen: 120 × 159 × 375 mm
  • Befestigung: vier Montageoptionen per Schnellverschluss
  • TWIN-Modus: zwei Geräte lassen sich miteinander kombinieren

Das heißt für dich: Das Gym Nano ist weniger eine kleine Version des Gym Monster als ein mobiles Widerstandsmodul, das sich an vorhandene Trainingsumgebungen anpassen lässt.

Befestigung am Rack statt eigener Trainingsstation

Mit 120 × 159 × 375 Millimetern bleibt das Gehäuse vergleichsweise kompakt. Über ein Schnellverschlusssystem lässt sich das Gym Nano an verschiedenen Racks befestigen.

Speediance nennt vier Montageoptionen. Dazu gehören magnetische Lösungen für gängige 2 × 2- und 3 × 3-Rackprofile. Der Kabelauslass arbeitet omnidirektional, sodass sich der Zugwinkel je nach Übung und Position verändern lässt.

Das macht das Konzept vor allem für bestehende Home-Gyms interessant. Wer bereits Rack und Trainingsfläche besitzt, müsste nicht noch eine komplette digitale Kraftstation aufstellen.

Genauso denkbar ist der Einsatz für Coaches, die mit Athleten an verschiedenen Orten arbeiten. 8,2 Kilogramm sind zwar nicht federleicht, für ein System mit bis zu 100 Kilogramm digitalem Widerstand aber transportabel.

Gym Nano misst mehr als Wiederholungen

Die interessanteste Funktion steckt aus meiner Sicht in der Leistungsdiagnostik.

Ein integrierter isometrischer Test soll mehrere Werte erfassen:

  • Peak Force
  • Rate of Force Development
  • Impuls
  • mittlere Kraft
  • Links-rechts-Asymmetrie

Damit lässt sich beispielsweise erfassen, wie schnell Kraft aufgebaut wird und ob es Unterschiede zwischen beiden Körperseiten gibt.

Während einer Trainingseinheit liefert das System Daten zu Geschwindigkeit und Leistung in Echtzeit. Nach dem Training sollen Auswertungen zeigen, wie sich diese Werte über einen längeren Zeitraum verändern.

Das geht deutlich über die typische Anzeige von Gewicht, Wiederholungen und Trainingsdauer hinaus. Gerade für leistungsorientiertes Training können solche Werte interessanter sein als die reine Anzahl absolvierter Sätze.

Zwei Gym Nano lassen sich koppeln

Über den sogenannten TWIN-Modus können zwei Geräte zusammenarbeiten. Dabei lassen sich die Widerstände unabhängig voneinander einstellen. Gleichzeitig kann das System die Leistung der linken und rechten Seite vergleichen.

Das erweitert die möglichen Übungen deutlich. Ein einzelnes Nano eignet sich für einseitige Zugbewegungen oder verschiedene Widerstandsübungen am Rack. Zwei Geräte ermöglichen dagegen bilaterale Bewegungen mit unabhängig arbeitenden Kabelzügen.

Speediance nennt zudem spezielle Performance-Modi für Schlitten-, Ski- und Ruderbewegungen. Das System soll damit auch Trainingsformen abdecken, die häufig bei Hybrid-Races vorkommen.

Ob sich das Bewegungsgefühl tatsächlich mit einem schweren Schlitten oder einem spezialisierten Ski-Ergometer vergleichen lässt, kann die technische Beschreibung allein nicht beantworten.

Bis zu 19 Trainingseinheiten mit einer Akkuladung

Weil das Gym Nano mobil gedacht ist, spielt die Akkulaufzeit eine wichtige Rolle. Speediance verbaut einen Akku mit rund 96 Wh.

Unter dem eigenen Testprotokoll erreicht das System laut Hersteller bis zu 19 Einheiten mit einer Ladung. Für diesen Test wurden pro Training zwölf Sätze mit jeweils acht Wiederholungen bei rund 27 Kilogramm Widerstand absolviert.

Diese Zahl sollte man daher nicht als allgemeine Laufzeit verstehen. Wer regelmäßig mit deutlich höheren Widerständen arbeitet oder andere Modi nutzt, kann auf andere Werte kommen. Speediance weist selbst darauf hin, dass Last, Modus, Nutzung und Umgebungsbedingungen die Akkuleistung beeinflussen.

Für wen lohnt sich das Speediance Gym Nano?

Am stärksten sehe ich das Gym Nano bei Trainern und ambitionierten Sportlern, die bereits eine Trainingsumgebung besitzen und digitalen Widerstand flexibel ergänzen möchten.

Auch für kleinere Studios könnte das Konzept interessant sein, wenn Leistungsdiagnostik gefragt ist, aber kein Platz für mehrere spezialisierte Geräte vorhanden ist.

Für jemanden, der bei null anfängt und eine komplette Trainingsstation fürs Wohnzimmer sucht, sind Gym Monster 3 oder 3S wahrscheinlich die naheliegendere Lösung. Das Nano setzt voraus, dass Befestigungsmöglichkeiten und ausreichend Platz für die jeweiligen Übungen vorhanden sind.

PixelFlow-Einordnung

Das Gym Nano ist für mich die ungewöhnlichste Speediance-Neuheit zur IFA 2026. Ein 8,2 Kilogramm schweres System mit bis zu 100 Kilogramm digitalem Widerstand klingt bereits interessant. Der spannendere Teil steckt aber in der Verbindung aus Training und Leistungsdiagnostik.

Peak Force, Kraftentwicklungsrate, Echtzeit-Leistungsdaten und Links-rechts-Vergleiche richten sich deutlich stärker an ambitionierte Nutzer als typische Fitness-Gadgets.

Offen bleibt, wie sich der digitale Widerstand bei schnellen und schweren Bewegungen tatsächlich anfühlt und wie präzise die gemessenen Leistungswerte ausfallen. Auch einen Preis und einen konkreten Verkaufsstart nennt Speediance in der vorliegenden Pressemitteilung noch nicht.

LarsStephan
LarsStephan
Ich bin Technik-Enthusiast, Digital-Nerd und kreativer Kopf hinter PixelFlow.eu – einem Online-Magazin, das Technik nicht nur erklärt, sondern erlebbar macht. Mit einem Gespür für Trends, einem Faible für smarte Lösungen wie Balkonkraftwerke und einem offenen Blick für alles, was sich durch Strom, Daten und Innovation antreiben lässt, schreibe ich unterhaltsam und journalistisch über das, was die Tech-Welt bewegt. Ob Produkttest, Event oder Branchen-Insight – mein Ziel ist es, Technik verständlich, relevant und mit einem Augenzwinkern rüberzubringen. Für Early Adopters genauso wie für Alltagsnutzer.

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