Samsungs Bühne, neu besetzt: Was jetzt im CityCube steht

Der CityCube war über Jahre Samsungs Reich auf dem IFA-Gelände. 8.700 Quadratmeter, vollgepackt mit Fernsehern, Smartphones, Haushaltsgeräten und SmartThings-Welten. Wer wissen wollte, wohin Samsung die Technik lenkt, fing dort an. 2026 ist das vorbei. Samsung steht nicht mehr im CityCube. Die Fläche ist vergeben – und wer dort jetzt ausstellt, erzählt eine eigene Geschichte über den Wandel der IFA.

Wer in die aktuelle IFA-Ausstellerliste schaut, sieht zwei unterschiedliche Antworten auf die Frage, wer Samsungs Platz füllt. Hall A hat Acer bekommen. Hall B gehört Panasonic und einer ganzen Reihe chinesischer Mobility-Marken. Das klingt nach Übergang. Es ist mehr als das.

Hall A: Acer übernimmt – mit globalem Presseauftakt

CityCube Hall A ist 2026 mit Acer belegt (Stand A5, Computing & Gaming). Acer ist seit Jahrzehnten auf der IFA präsent und baut Laptops, Gaming-Hardware, Monitore und Peripherie.

Interessant wird Acers Auftritt durch das, was vor dem Messestart passiert. Am 2. September 2026 – zwei Tage vor dem offiziellen Messestart – hält Acer auf der Innovation Stage eine globale Pressekonferenz ab. Laut IFA-Programm dreht sich der Auftritt um „Neueste Produkte und Innovationen für Verbraucher, Gamer und Professionals”. Auf der Computex 2026 zeigte Acer unter dem Motto „AI Together” bereits KI-Notebooks, Copilot+ PCs, Gaming-Handhelds, OLED-Tablets und Monitore. Was davon in Berlin erstmals für ein breiteres Publikum präsentiert wird, ist noch offen.

Acer in CityCube Hall A bedeutet: Computing und Gaming dort, wo früher Consumer Electronics im großen Samsung-Stil standen. Das ist kein direkter Ersatz – es ist eine andere Kategorie, ein anderes Publikum, eine andere Messeerwartung.

Hall B: Panasonic – und ein heikler Hintergrund

CityCube Hall B hat Panasonic als größten Anker (Standflächen R4, R5, R6, Bereich Home & Entertainment).

Panasonic kommt aber mit einem unruhigen Hintergrund auf die IFA 2026. Auf der IFA 2025 hatte Panasonic-DACH-Country-Manager Philipp Maurer angekündigt, das bestehende TV-Direktvertriebsmodell in Europa zu beenden und auf ein neues Geschäftsmodell umzustellen. Laut CE-Trade lag Panasonics TV-Marktanteil in Deutschland im Jahr 2025 bei nur noch 4,6 Prozent, nach 8,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Im Frühjahr 2026 präsentierte Panasonic sein europäisches TV-Line-up für 2026: OLED, QD Mini-LED, QLED und LED-Modelle bis 86 Zoll, darunter die fortgeführten Flaggschiffe Z95B und Z90B sowie die neuen Serien Z85C und Z86C mit 120-Hz-Panel. Erstmals kommen auch Roku-basierte Modelle für den britischen Markt. Die Produkte existieren – die Frage ist, wie Panasonic auf der IFA den Vertriebsumbau gegenüber dem Handel erklärt.

Relevant ist dabei auch der Zeitpunkt: Der IFA Retail Leaders Summit findet am 3. September 2026 direkt vor Messestart statt. Im Vorjahr kamen dort 150 internationale Top-Retailer mit einer kumulierten Kaufkraft von 44,8 Milliarden Euro zusammen. Ein besseres Timing für eine klare Botschaft zur eigenen Zukunft gibt es kaum.

Hall B: Die Mobility-Welle aus China

Neben Panasonic ist CityCube Hall B geprägt von einer langen Liste internationaler Mobility-Aussteller. Laut IFA-Ausstellerliste sind dort unter anderem vertreten: XPENG (Niederlande, Stand 142), TANLU UNIVERSE, AOTOS, BOE Sports, Coolfly, Esportlet, MANKEEL, Urban Glide (Frankreich), YOUIN (Spanien), Alpicool, Beke Robot, isinwheel, KEPOW, KIXIN Bike, KooGold und weitere – alle im Bereich Mobility.

Der bekannteste Name in dieser Reihe ist XPENG. Der chinesische Elektroautohersteller kommt 2026 mit erheblichem Rückenwind: 429.445 Fahrzeuge lieferte Xpeng 2025 weltweit aus – ein Plus von 126 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland will Xpeng 2026 rund 8.000 Neuzulassungen erreichen, das Händlernetz soll von rund 50 auf 110 Standorte wachsen. Mit dem P7+ ab 46.600 Euro und dem Luxus-Van X9 ab 77.600 Euro stehen frische Modelle im deutschen Markt. Was das Unternehmen konkret auf der IFA zeigen will, ist bisher nicht kommuniziert.

Die übrigen Mobility-Aussteller in Hall B sind deutlich weniger bekannt – viele junge Marken aus China, die E-Scooter, E-Bikes, Robots und Mobilitätsgadgets nach Europa bringen wollen. Für die IFA ist diese Mischung eine bewusste Entscheidung: Mobility ist eines der wachsenden Themensegmente der Messe, und der CityCube ist 2026 die Fläche, auf der dieses Segment sichtbar gemacht wird.

Was der Vergleich zeigt

Es wäre unfair, Acer, Panasonic oder Xpeng mit Samsung zu vergleichen – als müssten sie eine Lücke füllen, die sie gar nicht füllen sollen. Das ist nicht ihr Auftrag.

Trotzdem ist der Kontrast offensichtlich. Wo Samsung jahrelang eine durchdesignte Markenwelt über 8.700 Quadratmeter aufgebaut hat, stehen 2026 drei sehr unterschiedliche Realitäten nebeneinander: Acer mit Computing und Gaming in Hall A, Panasonic mit Unterhaltungstechnik und einem laufenden Vertriebsumbau in Hall B, und daneben eine Reihe von Mobility-Marken, die viele Besucher noch nicht kennen.

Das macht den CityCube 2026 nicht schlechter. Es macht ihn anders – und in gewisser Weise breiter aufgestellt. Die IFA lebt von Vergleichbarkeit. Ein CityCube, der Computing, Home Entertainment und Elektromobilität gleichzeitig zeigt, bedient mehr Besucherinteressen als einer, der fast vollständig einer einzigen Marke gehörte.

Unser Fazit: Wandel ist sichtbar – auf dem Hallenplan

Der CityCube erzählt 2026 keine Samsung-Geschichte mehr. Er erzählt eine andere: Computing und KI-Hardware auf der einen Seite, japanische Unterhaltungstechnik im Umbau auf der anderen, und dazwischen eine Welle aus Mobility-Marken, die zeigen wollen, dass Elektromobilität auch auf einer Technikmesse ihren Platz hat.

Ob das Konzept aufgeht, hängt davon ab, ob die Aussteller liefern. Acer muss mit seiner Pressekonferenz echte Neuheiten setzen. Panasonic muss zeigen, wohin der Weg führt, wenn der direkte TV-Vertrieb in Europa neu aufgestellt wird. Xpeng muss erklären, warum eine IFA-Bühne der richtige Ort für einen chinesischen Elektroautohersteller ist, der gerade den deutschen Markt angreift.

PixelFlow.eu wird im September vor Ort sein. Wir schauen uns an, was aus dem CityCube ohne Samsung geworden ist – und ob die neue Belegung mehr ist als ein gut gemeinter Neuanfang.

Mehr zum Abgang von Samsung lest ihr in unserem ersten Artikel: Samsung verlässt die IFA – und reißt vielleicht alle mit. Wer die Hauptakteure außerhalb des CityCubes sucht, findet sie im zweiten Artikel: Samsung raus, Xiaomi rein: Wer prägt die IFA 2026 wirklich?

*Das Beitragsbild ist KI-Generiert

LarsStephan
LarsStephan
Ich bin Technik-Enthusiast, Digital-Nerd und kreativer Kopf hinter PixelFlow.eu – einem Online-Magazin, das Technik nicht nur erklärt, sondern erlebbar macht. Mit einem Gespür für Trends, einem Faible für smarte Lösungen wie Balkonkraftwerke und einem offenen Blick für alles, was sich durch Strom, Daten und Innovation antreiben lässt, schreibe ich unterhaltsam und journalistisch über das, was die Tech-Welt bewegt. Ob Produkttest, Event oder Branchen-Insight – mein Ziel ist es, Technik verständlich, relevant und mit einem Augenzwinkern rüberzubringen. Für Early Adopters genauso wie für Alltagsnutzer.

PixelCheck - neuste Tests

- Advertisement -spot_img

Latest PixelChecks