Roborock nutzt die IFA 2026 für einen größeren Ausbau seiner Saros-Serie. Im Mittelpunkt stehen der Saros 20 Flow Complete und der Saros 20 Neo, die beide mit 36.000 Pa Saugleistung arbeiten, aber unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Der Flow Complete konzentriert sich stärker auf Wischleistung und Selbstreinigung, während der Neo besonders flach gebaut ist und hohe Schwellen überwinden soll.
Noch ungewöhnlicher ist jedoch der Roborock Saros Rover. Der Roboter besitzt Räder an beweglichen Beinen und soll damit erstmals auch Treppenstufen selbstständig reinigen und zwischen verschiedenen Etagen wechseln können. Einen Marktstart nennt Roborock dafür allerdings noch nicht.
Saros 20 Flow Complete setzt auf 36.000 Pa Saugleistung
Beim Saros 20 Flow Complete kombiniert Roborock seine bekannten Navigationssysteme mit einer maximalen Saugleistung von 36.000 Pa.
Die reine Pa-Zahl sagt zwar noch nicht, wie gut ein Saugroboter tatsächlich reinigt. Bürstenkonstruktion, Luftführung und Kontakt zum Boden spielen ebenfalls eine Rolle. Der Wert zeigt aber, in welcher Leistungsklasse Roborock den neuen Saros positioniert.
Gerade auf Teppichen soll die zusätzliche Leistung helfen, tiefer sitzenden Staub aufzunehmen.
Für die Navigation kombiniert der Roboter RetractSense LiDAR mit der Reactive AI Hinderniserkennung. Laut Roborock kann das System mehr als 300 unterschiedliche Objekte erkennen und bei der Routenplanung berücksichtigen.
Damit soll der Roboter auch in Räumen funktionieren, in denen Kabel, Schuhe, Spielzeug oder andere Gegenstände auf dem Boden liegen.
Wie zuverlässig die Erkennung bei sehr kleinen oder ungewöhnlich geformten Gegenständen funktioniert, müsste ein Praxistest zeigen.
RetractSense LiDAR verschwindet bei Bedarf im Gehäuse
RetractSense ist für die besonders flache Saros-Bauweise wichtig.
Bei vielen klassischen Saugrobotern sitzt der rotierende LiDAR-Turm oben auf dem Gehäuse. Das verbessert zwar die Rundumsicht, erhöht aber gleichzeitig die Gesamthöhe.
Roborock kann den Sensor bei seinen Saros-Modellen einziehen. Dadurch kommt der Roboter unter niedrigere Möbel, ohne vollständig auf LiDAR-Navigation verzichten zu müssen.
Gerade in Schlafzimmern oder Wohnzimmern kann das einen echten Unterschied machen. Staub unter Betten, Sofas und Schränken gehört weiterhin zu den Bereichen, die viele Saugroboter nicht erreichen.
SpiraFlow 2.0 arbeitet mit einer Wischwalze
Beim Wischen unterscheidet sich der Saros 20 Flow Complete deutlich von klassischen Systemen mit zwei rotierenden Mopps.
Roborock verwendet das SpiraFlow 2.0 Walzen-Selbstreinigungssystem.
Die Walze dreht sich mit bis zu 240 Umdrehungen pro Minute und wird mit einem Anpressdruck von 15 Newton auf den Boden gedrückt.
16 Wasserauslässe versorgen sie während der Fahrt kontinuierlich mit Frischwasser.
Das Prinzip ist interessant, weil verschmutztes Wasser nicht dauerhaft auf derselben Wischfläche verbleiben soll. Stattdessen wird die Walze während des Reinigungsvorgangs mit Wasser versorgt und gereinigt.
Das ähnelt konzeptionell eher einem elektrischen Bodenreiniger als einem klassischen Saugroboter mit feuchten Wischpads.
Hartnäckige Flecken sollen stärker bearbeitet werden
Der Anpressdruck spielt besonders bei eingetrockneten Verschmutzungen eine Rolle.
Ein feuchter Mopp, der nur leicht über den Boden gezogen wird, kann frische Flüssigkeiten gut aufnehmen. Bei Kaffee-, Küchen- oder anderen getrockneten Flecken braucht es dagegen mehr mechanische Arbeit.
Mit 15 N Anpressdruck und der rotierenden Walze versucht Roborock genau dieses Problem anzugehen.
Ob SpiraFlow 2.0 dadurch tatsächlich sichtbar besser wischt als aktuelle Rotationsmopp-Systeme, wäre ein interessanter Direktvergleich.
Kantenreinigung soll bis in die Ecke reichen
Runde Saugroboter haben konstruktionsbedingt Schwierigkeiten mit rechtwinkligen Ecken.
Roborock setzt deshalb auf eine bewegliche Seitenbürste. Sie fährt abhängig vom Raumverlauf weiter nach außen und soll Staub direkt von Fußleisten und aus Ecken zum Saugkanal bewegen.
Der Hersteller spricht von 100 Prozent Ecken- und Kantenabdeckung.
Das ist eine sehr weitreichende Herstellerangabe. Ob tatsächlich jede Ecke vollständig gereinigt wird, hängt in der Praxis auch von Möbeln, Sockelleisten und der Geometrie des Raums ab.
Die bewegliche Konstruktion ist dennoch sinnvoll, weil ein fest montierter Seitenbesen bauartbedingt nicht jeden Bereich erreichen kann.
Dockingstation wäscht den Mopp mit 100 °C heißem Wasser
Nach der Reinigung übernimmt die Basisstation einen großen Teil der Wartung.
Die Wischwalze wird dort mit bis zu 100 °C heißem Wasser gereinigt. Die Station dosiert außerdem automatisch die Reinigungslösung.
Gerade bei einer ständig feuchten Wischwalze ist eine gründliche Reinigung wichtig. Warmes beziehungsweise heißes Wasser kann dabei helfen, Fett und andere Rückstände besser zu lösen.
Wie häufig Wasserbehälter geleert beziehungsweise nachgefüllt werden müssen, hängt natürlich weiterhin von Fläche und Nutzung ab.
Vollständig wartungsfrei wird auch ein solches System dadurch nicht.
Saros 20 Neo ist nur 7,95 Zentimeter hoch
Der Saros 20 Neo setzt einen etwas anderen Schwerpunkt.
Mit nur 7,95 Zentimetern Höhe ist das Gehäuse besonders flach. Damit soll der Roboter unter Betten, Schränke und Sofas gelangen, die für höhere Geräte nicht erreichbar sind.
Spannend wird die Kombination aus geringer Höhe und dem neuen Fahrwerk.
Roborock verwendet das AdaptiLift Chassis 3.0, mit dem sich der Roboter aktiv anheben kann.
Bis zu 8,8 Zentimeter hohe zweistufige Schwellen
Bei zweistufigen Hindernissen nennt Roborock eine maximale Höhe von 8,8 Zentimetern.
Das ist deutlich mehr als bei vielen klassischen Saugrobotern, die bereits an zwei oder drei Zentimeter hohen Übergängen Schwierigkeiten bekommen können.
Wichtig ist allerdings der Zusatz „zweistufig“.
8,8 Zentimeter bedeuten nicht, dass der Roboter eine einzelne senkrechte Stufe dieser Höhe einfach hochfahren kann. Der Maximalwert setzt eine entsprechende Geometrie voraus, bei der sich das Fahrwerk schrittweise anheben kann.
Trotzdem ist das für Wohnungen mit Türschwellen, Führungsschienen oder unterschiedlichen Bodenhöhen interessant.
Auch der Saros 20 Neo bekommt 36.000 Pa
Bei der Saugleistung gibt es keinen Nachteil gegenüber dem Flow Complete.
Der Saros 20 Neo arbeitet ebenfalls mit bis zu 36.000 Pa HyperForce.
Für Haare verwendet Roborock sein Dual Anti-Tangle System. Die Hauptbürste besteht aus zwei getrennten Walzen, die Roborock DuoDivide nennt.
Haare sollen zwischen den beiden Bürsten zur Mitte geführt und anschließend direkt eingesaugt werden.
Gerade in Haushalten mit langen Haaren oder Haustieren kann das entscheidender sein als die maximale Saugleistung. Aufgewickelte Haare gehören zu den häufigsten Wartungsproblemen bei Saugrobotern.
Wischen mit warmem Wasser und 14 N Anpressdruck
Auch der Neo kann nass reinigen.
Roborock nennt einen Anpressdruck von bis zu 14 Newton und warmes Wasser für die Wischfunktion.
An der Station werden die Mopps anschließend ebenfalls mit bis zu 100 °C heißem Wasser gereinigt.
Damit setzt Roborock sowohl beim Flow Complete als auch beim Neo stark auf höhere Temperaturen. Das soll Rückstände besser lösen und den manuellen Reinigungsaufwand reduzieren.
Bis zu 350 Quadratmeter mit einer Akkuladung
Der Saros 20 Neo soll besonders ausdauernd arbeiten.
Roborock gibt eine maximale Reinigungsfläche von bis zu 350 Quadratmetern pro Durchgang an.
Für normale Wohnungen dürfte diese Reichweite mehr als ausreichend sein. Interessanter ist der Wert für große Häuser oder offene Grundrisse, bei denen der Roboter möglichst ohne längere Ladepause auskommen soll.
Die tatsächlich erreichbare Fläche hängt stark von Saugleistung, Wischbetrieb, Bodenart, Hindernissen und der Zahl der notwendigen Fahrmanöver ab.
Saros 20 Flow Complete und Neo im Vergleich
| Merkmal | Saros 20 Flow Complete | Saros 20 Neo |
|---|---|---|
| Saugleistung | 36.000 Pa | 36.000 Pa |
| Navigation | RetractSense LiDAR + Reactive AI | intelligente Navigation |
| Objekterkennung | über 300 Objekte | nicht konkret genannt |
| Wischsystem | SpiraFlow 2.0 Wischwalze | Wischsystem mit warmem Wasser |
| Anpressdruck | 15 N | bis 14 N |
| Walzendrehzahl | 240 U/min | nicht genannt |
| Frischwasserzufuhr | 16 Wasserauslässe | nicht genannt |
| Dock-Reinigung | bis 100 °C | bis 100 °C |
| Gehäusehöhe | nicht genannt | 7,95 cm |
| Schwellen | nicht konkret genannt | zweistufig bis 8,8 cm |
| Reinigungsfläche | nicht genannt | bis 350 m² |
Damit wird auch deutlich, dass sich beide Modelle trotz gleicher Saugleistung an unterschiedliche Anforderungen richten.
Der Flow Complete ist technisch stärker auf Wischleistung und Kantenreinigung ausgerichtet. Der Neo setzt dagegen stärker auf Mobilität, flaches Design und große Flächen.
Saros 20 Serie erhält ECARF-Zertifizierung
Roborock hebt auf der IFA auch eine neue Zertifizierung hervor.
Die komplette Saros 20 Reihe wurde laut Unternehmen von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung, kurz ECARF, als allergikerfreundlich zertifiziert.
ECARF prüft Produkte anhand definierter Kriterien hinsichtlich ihrer Eignung für Menschen mit Allergien.
Für Saugroboter kann das interessant sein, weil Feinstaub, Tierhaare und Allergene nicht nur aufgenommen, sondern möglichst zuverlässig im Gerät beziehungsweise Filtersystem gehalten werden sollten.
Die Zertifizierung ersetzt allerdings keine individuelle medizinische Beurteilung. Sie kann Käufern mit Allergien aber als zusätzliche Orientierung dienen.
Saros Rover soll sogar Treppen reinigen
Das ungewöhnlichste Roborock-Gerät auf der IFA ist kein normaler Saros 20.
Der Saros Rover feiert in Berlin sein Europa-Debüt und verwendet eine völlig andere Form der Fortbewegung.
Statt klassischer Räder besitzt der Roboter eine Kombination aus Rädern und beweglichen Beinen.
Diese Beine können unabhängig voneinander angehoben und abgesenkt werden. Der Roboter soll damit:
- Hindernisse überwinden
- Steigungen bewältigen
- kleine Sprünge ausführen
- Treppenstufen befahren
- zwischen unterschiedlichen Etagen wechseln
Genau der letzte Punkt wäre für Saugroboter ein großer Schritt.
Das bekannte Problem mehrstöckiger Wohnungen
Heutige Saugroboter können eine Etage weitgehend selbstständig reinigen. Sobald Treppen ins Spiel kommen, endet die Autonomie.
Wer Erdgeschoss, Obergeschoss und vielleicht noch Keller reinigen möchte, muss den Roboter normalerweise von Hand tragen oder mehrere Geräte kaufen.
Der Saros Rover soll dieses Problem lösen.
Roborock beschreibt ein System, das seine Umgebung über Bewegungssensoren und räumliche 3D-Daten erfasst. Dadurch soll der Rover Stufen erkennen, seine Beine entsprechend bewegen und selbstständig die Etage wechseln können.
Noch interessanter: Er soll auch Treppenstufen selbst reinigen.
Rad-Bein-Konstruktion statt klassischem Fahrwerk
Das technische Konzept erinnert stärker an mobile Forschungsroboter als an einen klassischen Saugroboter.
Räder sind auf flachen Böden effizient. Beine bieten dagegen Vorteile, wenn Höhenunterschiede überwunden werden müssen.
Roborock kombiniert beides.
Auf ebenem Boden kann der Rover rollen. An einer Stufe kommen die beweglichen Beine zum Einsatz.
Das ist mechanisch erheblich anspruchsvoller als ein normales Fahrwerk. Sensorik und Software müssen jederzeit wissen, wo sich das Gerät befindet, wie hoch die nächste Stufe ist und wie das Gewicht verteilt werden muss.
Bei einem Haushaltsroboter kommt ein weiterer Punkt hinzu: Er darf weder die Treppe beschädigen noch herunterfallen.
Saros Rover ist noch kein angekündigtes Serienprodukt
Bei aller Aufmerksamkeit sollte man den Rover aktuell anders einordnen als den Saros 20 Flow Complete oder Saros 20 Neo.
Roborock nennt in der vorliegenden Ankündigung weder einen Preis noch einen konkreten Marktstart.
Auch detaillierte technische Daten zur Akkulaufzeit, Saugleistung oder zur maximal überwindbaren Treppenhöhe fehlen.
Der Rover ist auf der IFA deshalb vor allem ein Ausblick darauf, wohin Roborock die Haushaltsrobotik weiterentwickeln möchte.
Ob genau diese Version später verkauft wird und wann das geschieht, bleibt offen.
Der Wettbewerb bei Premium-Saugrobotern wird härter
Die IFA 2026 zeigt auffällig deutlich, wie schnell sich Saugroboter derzeit entwickeln.
Kurz zuvor hatte DJI seine ROMO-2-Serie mit ebenfalls 36.000 Pa Saugleistung und einem beweglichen Reinigungssystem vorgestellt. Andere Hersteller setzen inzwischen ebenfalls auf anhebbare Fahrwerke, ausfahrbare Wischsysteme und immer aufwendigere Basisstationen.
Damit verliert die reine Saugleistung als Unterscheidungsmerkmal an Bedeutung.
36.000 Pa sind beeindruckend, doch wenn mehrere Spitzenmodelle diesen Bereich erreichen, werden andere Fragen wichtiger:
Wie zuverlässig erkennt ein Roboter Hindernisse? Wie viel Wartung bleibt übrig? Kommt er unter Möbel? Überwindet er Türschwellen? Reinigt er Ecken wirklich sauber? Verwickeln sich Haare in den Bürsten?
Genau in diesen Bereichen versucht Roborock mit den neuen Saros-Modellen anzusetzen.
PixelFlow-Einordnung
Der Saros 20 Flow Complete ist für mich von den angekündigten Serienmodellen das interessantere Gerät. Eine kontinuierlich mit Frischwasser versorgte Wischwalze, 15 N Anpressdruck und die Reinigung mit 100 °C heißem Wasser adressieren echte Schwachstellen vieler Saug- und Wischroboter.
Der Saros 20 Neo verfolgt einen anderen Weg. Seine 7,95 Zentimeter Bauhöhe und das AdaptiLift Chassis 3.0 könnten gerade in Wohnungen mit niedrigen Möbeln und problematischen Türschwellen wichtiger sein als eine weitere Steigerung der Saugleistung.
Der eigentliche Blickfang ist aber der Saros Rover.
Ein Roboter, der selbstständig Treppen überwindet, würde eines der größten ungelösten Probleme heutiger Haushaltsrobotik angehen. Bis daraus ein kaufbares Produkt wird, sind allerdings noch viele Fragen offen. Roborock nennt weder Preis noch Termin oder vollständige technische Daten.
Damit bleibt der Rover vorerst ein Technologieausblick. Der Saros 20 Flow Complete und Saros 20 Neo zeigen dagegen sehr konkret, wohin die nächste Generation hochwertiger Saugroboter geht: weniger manuelle Wartung, bessere Mobilität und eine Reinigung, die sich stärker an der tatsächlichen Wohnumgebung orientiert.