Laifen auf der IFA 2026: AutoCurl, Glowy und Wave Lite

Laifen ist vor allem für seine Hochgeschwindigkeits-Haartrockner bekannt. Auf der IFA 2026 zeigt der Hersteller jedoch, dass die Marke deutlich breiter werden soll. Neben den bekannten Hair-Care-Produkten stehen mit AutoCurl, dem beleuchteten Glowy Vanity Mirror und der elektrischen Zahnbürste Wave Lite gleich drei Neuheiten im Mittelpunkt, die Laifen stärker in Richtung Beauty und Personal Care positionieren.

Der Schritt ist nachvollziehbar. Laifen verfügt bereits über eigene Motor-, Sensor- und Servotechnik und versucht diese nun auf andere Produktgruppen zu übertragen. Für Nutzer wird dabei entscheidend sein, ob daraus mehr entsteht als eine Erweiterung des Sortiments.

AutoCurl soll Locken automatisch formen

Das interessanteste neue Produkt dürfte für viele der Laifen AutoCurl sein. Der Lockenstab soll einen großen Teil des eigentlichen Stylings automatisch übernehmen.

Dafür kombiniert Laifen einen Direct-Time-of-Flight-Sensor, kurz D-ToF, mit einer adaptiven Servosteuerung. Das Gerät erkennt das Haar, zieht es ein beziehungsweise führt es kontrolliert durch den Stylingprozess und gibt es anschließend automatisch wieder frei.

Der Ansatz richtet sich damit nicht nur an Nutzer, die bereits regelmäßig mit einem Lockenstab arbeiten. Gerade Einsteiger könnten von einem System profitieren, das die Bewegung weitgehend selbst übernimmt.

Bei klassischen Lockenstäben muss das Haar von Hand positioniert, um den Heizkörper gelegt und nach der richtigen Zeit wieder gelöst werden. Das erfordert etwas Übung und birgt bei falscher Anwendung auch das Risiko, einzelne Strähnen zu lange zu erhitzen.

AutoCurl versucht diesen Ablauf stärker zu standardisieren.

D-ToF-Sensor soll die Position des Haares erkennen

Interessant ist vor allem der eingesetzte Sensor.

Time-of-Flight-Systeme messen Entfernungen über die Laufzeit ausgesendeter Signale. Laifen setzt diese Technik ein, damit der Lockenstab erkennen kann, wo sich das Haar befindet und wie der Mechanismus darauf reagieren muss.

Die Servotechnik übernimmt anschließend die Bewegung.

Wie zuverlässig das mit sehr unterschiedlichen Haartypen, Haarlängen und Strähnenstärken funktioniert, lässt sich anhand der Ankündigung noch nicht beurteilen. Genau hier dürfte später ein Praxistest spannend werden.

Denn bei einem automatischen Lockenstab ist weniger wichtig, wie spektakulär der Mechanismus aussieht. Entscheidend ist, ob das Gerät das Haar zuverlässig verarbeitet, ohne daran zu ziehen oder einzelne Strähnen einzuklemmen.

Glowy Vanity Mirror setzt auf Ra98 und Radarsensor

Mit dem Glowy Vanity Mirror erweitert Laifen sein Sortiment um einen beleuchteten Kosmetikspiegel.

Das klingt zunächst deutlich weniger technisch als ein automatischer Lockenstab. Im Gehäuse steckt allerdings ebenfalls Sensorik.

Laifen verwendet eine Vollspektrum-LED-Beleuchtung mit einer angegebenen Farbwiedergabe von Ra98. Dazu kommen ein 24-GHz-Radarsensor und eine Smart-Memory-Funktion.

Ein hoher Ra-Wert ist gerade bei einem Schminkspiegel sinnvoll. Der Farbwiedergabeindex beschreibt vereinfacht, wie natürlich Farben unter einer künstlichen Lichtquelle erscheinen.

Ein Wert nahe 100 soll sich möglichst stark an natürlichem Licht orientieren. Das kann helfen, Hauttöne, Make-up oder Farbunterschiede realistischer einzuschätzen.

Der Spiegel erkennt, wenn jemand davor sitzt

Der 24-GHz-Radarsensor soll die Bedienung vereinfachen.

Statt den Spiegel jedes Mal manuell ein- und auszuschalten, kann das System erkennen, ob sich eine Person davor befindet. Die Smart-Memory-Funktion speichert dazu die bevorzugten Einstellungen.

Wie genau Laifen die Erkennung umgesetzt hat und welche Einstellungen gespeichert werden, beschreibt die vorliegende Meldung nicht detailliert.

Die Kombination aus guter Farbwiedergabe und automatischer Aktivierung ist aber nachvollziehbar. Gerade bei einem Produkt, das täglich verwendet wird, können kleine Automatisierungen durchaus komfortabler sein als eine weitere App oder komplizierte Steuerung.

AutoCurl und Glowy sind bereits erhältlich

Beim Marktstart sind die beiden Beauty-Produkte weiter als viele typische IFA-Neuheiten.

Sowohl AutoCurl als auch Glowy Vanity Mirror sind laut Laifen bereits über die eigene Website und Amazon erhältlich.

Preise nennt die vorliegende Pressemitteilung allerdings nicht.

Damit fehlt für eine Kaufempfehlung noch ein wichtiger Punkt. Gerade beim Glowy dürfte der Preis darüber entscheiden, ob der zusätzliche technische Aufwand gegenüber einem normalen beleuchteten Kosmetikspiegel sinnvoll erscheint.

Wave Lite bringt Laifens Zahnbürstentechnik in eine günstigere Klasse

Auch bei der Mundpflege erweitert Laifen sein Angebot.

Die neue Wave Lite übernimmt die sogenannte WaveMotion-Technologie der Marke und soll diese einer breiteren Zielgruppe zugänglich machen.

Die Zahnbürste kombiniert Weitwinkel-Oszillation mit hochfrequenter Vibration. Nutzer können zwischen drei Intensitätsstufen wählen. Die Akkulaufzeit gibt Laifen mit bis zu 50 Tagen an.

Damit unterscheidet sich das Konzept von vielen elektrischen Zahnbürsten, die entweder hauptsächlich rotierend-oszillierend oder mit hochfrequenten Schwingungen arbeiten.

Laifen versucht beide Bewegungsarten miteinander zu kombinieren.

Bis zu 50 Tage ohne Ladegerät

Gerade die angegebene Akkulaufzeit könnte im Alltag interessant sein.

Bis zu 50 Tage bedeuten theoretisch, dass das Ladegerät auf kürzeren Reisen zu Hause bleiben kann. Wie immer bei Akkulaufzeiten hängt der reale Wert von Nutzungsdauer und Intensitätsstufe ab.

Laifen nennt in der Meldung keine Akkukapazität und keine genaue Grundlage für die 50-Tage-Angabe.

Fest steht dagegen der geplante Marktstart: Die Wave Lite soll ab November 2026 bei ausgewählten Händlern und über Amazon erhältlich sein.

Auch hier fehlt bislang ein Preis.

Wave Pro bleibt über der neuen Wave Lite

Die neue Zahnbürste ersetzt nicht das bisherige Topmodell.

Mit der Wave Pro führt Laifen weiterhin eine höher positionierte Zahnbürste im Sortiment. Der Hersteller bezeichnet sie als elektrische Zahnbürste mit kombinierter Oszillations- und Vibrationsbewegung.

Die Wave Lite wirkt damit wie der Versuch, das zugrunde liegende Bewegungskonzept in eine einfachere Produktklasse zu bringen.

Ohne Preis und vollständige technische Daten lässt sich allerdings noch nicht beurteilen, wie groß der Abstand zur Wave Pro tatsächlich ausfällt.

Haartrockner bleiben ein wichtiger Teil des Sortiments

Trotz der neuen Produktkategorien verabschiedet sich Laifen nicht von seinem bisherigen Kerngeschäft.

Auf der IFA zeigt der Hersteller weiterhin seine Neo- und Neo-Special-Haartrockner sowie die Modelle der Air-Serie.

Neo und Neo Special verfügen laut Laifen über ein Öl-Diffusionssystem für die Haarpflege. Air und Air Pro setzen dagegen stärker auf ein kompaktes Gehäuse sowie die Regelung von Luftstrom und Temperatur.

Gerade diese Produkte haben Laifen in den vergangenen Jahren bekannt gemacht.

Der IFA-Auftritt 2026 zeigt deshalb weniger einen Wechsel der Produktstrategie als eine Erweiterung rund um die bereits vorhandene Technik.

Auch Elektrorasierer gehören inzwischen zu Laifen

Das Sortiment endet mittlerweile auch nicht mehr bei Haarstyling und Zahnpflege.

Laifen zeigt auf der IFA die Elektrorasierer P3, P3 Pro und T1 Pro. Der Hersteller beschreibt sie als Modelle mit eigener Präzisionstechnik und ergonomischer Konstruktion.

Konkretere technische Daten zu den Rasierern stehen in der vorliegenden Meldung jedoch nicht im Mittelpunkt.

Für die größere Strategie sind sie trotzdem relevant: Laifen versucht offenbar, mehrere regelmäßig genutzte Personal-Care-Geräte unter einer Marke zusammenzuführen.

Laifen will in Europa stärker wachsen

Europa spielt für diese Erweiterung eine wichtige Rolle.

Laifen bezeichnet den europäischen Markt als eine der Regionen mit besonders starkem Wachstum und baut nach eigenen Angaben seine Handels- und Onlinepartnerschaften weiter aus. Genannt werden unter anderem Boots, Costco und Media Markt.

Das könnte für deutsche Käufer vor allem eine bessere Verfügbarkeit bedeuten.

Bei jungen Technikmarken aus China war in der Vergangenheit häufig weniger das Produkt selbst das Problem als Vertrieb, Ersatzteile und langfristiger Support. Eine breitere Präsenz im stationären Handel kann diese Hürde zumindest teilweise senken.

Vom Haartrockner zur Personal-Care-Marke

Der eigentliche interessante Punkt des Laifen-Auftritts auf der IFA 2026 ist deshalb nicht ein einzelnes Gerät.

Laifen versucht, seine bisherige Position bei Hochgeschwindigkeits-Haartrocknern als Ausgangspunkt für weitere Produktkategorien zu nutzen. Sensoren, Motoren und präzise gesteuerte Mechanik tauchen dabei immer wieder auf.

Beim AutoCurl steuert ein Sensor den Stylingprozess. Beim Glowy übernimmt Radar die Anwesenheitserkennung. Wave Lite kombiniert unterschiedliche Bewegungen beim Zähneputzen.

Damit bekommt die Produkterweiterung zumindest einen technischen roten Faden.

PixelFlow-Einordnung

Von den neuen Geräten finde ich den AutoCurl am interessantesten. Nicht weil ein automatischer Lockenstab grundsätzlich neu wäre, sondern weil Laifen versucht, D-ToF-Sensorik und Servotechnik stärker in den eigentlichen Stylingprozess einzubeziehen.

Ob daraus wirklich ein Vorteil entsteht, hängt davon ab, wie zuverlässig der Mechanismus mit unterschiedlichen Haaren arbeitet.

Der Glowy Vanity Mirror ist deutlich simpler. Ra98-Beleuchtung ergibt für einen Kosmetikspiegel Sinn, und die Radarsensorik kann die Nutzung bequemer machen. Hier wird der Preis aber eine große Rolle spielen.

Bei der Wave Lite ist die Laufzeit von bis zu 50 Tagen attraktiv. Spannender wird allerdings der Vergleich mit der Wave Pro und etablierten Zahnbürsten von Oral-B, Philips oder anderen Herstellern.

Klar ist nach der IFA 2026: Laifen möchte nicht dauerhaft als Marke wahrgenommen werden, die hauptsächlich schnelle Haartrockner baut. AutoCurl, Glowy, Zahnbürsten und Rasierer zeigen, dass Personal Care künftig wesentlich breiter aufgestellt werden soll.

LarsStephan
LarsStephan
Ich bin Technik-Enthusiast, Digital-Nerd und kreativer Kopf hinter PixelFlow.eu – einem Online-Magazin, das Technik nicht nur erklärt, sondern erlebbar macht. Mit einem Gespür für Trends, einem Faible für smarte Lösungen wie Balkonkraftwerke und einem offenen Blick für alles, was sich durch Strom, Daten und Innovation antreiben lässt, schreibe ich unterhaltsam und journalistisch über das, was die Tech-Welt bewegt. Ob Produkttest, Event oder Branchen-Insight – mein Ziel ist es, Technik verständlich, relevant und mit einem Augenzwinkern rüberzubringen. Für Early Adopters genauso wie für Alltagsnutzer.

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