Bosch Smart Home auf der IFA 2026: neue Heizfunktionen und Eyes+ für Kameras

Bosch Smart Home feiert 2026 sein zehnjähriges Bestehen und nutzt die IFA für mehrere neue Software-Funktionen. Im Mittelpunkt stehen die Heizungssteuerung über Home+ und das neue Kamera-Upgrade Eyes+.

Spannend ist vor allem, dass Bosch die Heizung stärker mit dem eigentlichen Wärmeerzeuger vernetzt. Dazu kommen ein automatisierter hydraulischer Abgleich und eine Personenunterscheidung für bestehende Kameras.

Home+ bekommt zwei neue Heizfunktionen

Bosch erweitert den kostenpflichtigen Dienst Home+ um zwei Funktionen: Optimierte Wärmeverteilung und Bedarfsoptimierte Heizung.

Der Preis bleibt bei 4,99 Euro im Monat. Bereits enthalten sind unter anderem die Multi-System-Steuerung, zusätzlicher Cloudspeicher und eine intelligente Geräuscherkennung.

Die neuen Funktionen zielen weniger auf Bedienkomfort als auf einen effizienteren Betrieb der Heizungsanlage.

Automatischer hydraulischer Abgleich über die Thermostate

Die Funktion Optimierte Wärmeverteilung soll klassische Probleme in Heizsystemen reduzieren. In vielen Anlagen bekommen Heizkörper nahe an der Pumpe mehr Wasser als weiter entfernte Heizkörper.

Das kann dazu führen, dass einzelne Räume zu warm werden, während andere ihre gewünschte Temperatur nur langsam erreichen. Fließgeräusche können ebenfalls auftreten.

Bosch verwendet dafür die Smart Home Heizkörper-Thermostate II [+M]. Das System analysiert den Heizbetrieb fortlaufend und passt die benötigte Wärmemenge an den einzelnen Heizkörpern automatisch an.

Damit übernimmt die Software einen Teil der Aufgaben, für die klassisch ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird.

Für Nutzer bedeutet das vor allem:

  • gleichmäßigere Temperaturen zwischen den Räumen
  • weniger überheizte oder zu kalte Zimmer
  • geringere Fließgeräusche
  • eine bedarfsgerechtere Verteilung der Wärme

Wie groß die tatsächliche Energieersparnis ausfällt, hängt allerdings stark vom jeweiligen Gebäude und vom Zustand der Heizungsanlage ab.

Bosch vernetzt Wärmepumpe und Raumthermostate

Noch interessanter finde ich die Bedarfsoptimierte Heizung.

Dabei steuert Bosch nicht mehr nur einzelne Räume. Das Smart-Home-System kommuniziert direkt mit einer kompatiblen Wärmepumpe.

Unterstützt werden Wärmepumpen auf Basis des Bosch Connect Key K40 beziehungsweise des Buderus MX400. Die Informationen der Heizkörper-Thermostate oder Raumthermostate fließen direkt in die Steuerung der Wärmeerzeugung ein.

Dadurch kann das System die Vorlauftemperatur anpassen und Wärme gezielter bereitstellen.

Das ist technisch sinnvoller, als eine Wärmepumpe unabhängig vom tatsächlichen Wärmebedarf der einzelnen Räume arbeiten zu lassen. Zeitprogramme und Automationen bleiben ebenfalls möglich.

Bei kompatiblen Bosch- oder Buderus-Systemen lässt sich über die Fußbodenheizung an warmen Tagen sogar aktiv kühlen.

PRO-Thermostat kommt ausschließlich über Installateure

Bosch bringt zusätzlich das Heizkörper-Thermostat II [+M] PRO.

Diese Variante verkauft Bosch nicht direkt an Endkunden. Das Thermostat kommt ausschließlich über Fachbetriebe und wird durch einen Installateur eingerichtet.

Der Unterschied liegt in der Freischaltung der neuen Heizfunktionen. Optimierte Wärmeverteilung und Bedarfsoptimierte Heizung sind bei der PRO-Version dauerhaft aktiviert.

Damit fällt das Home+-Abo für diese Funktionen weg.

Bosch weist zudem darauf hin, dass Hardware und fachgerechte Installation im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig sein können.

Das PRO-Modell soll ab September 2026 verfügbar sein.

Eyes+ erkennt bekannte und unbekannte Personen

Die zweite größere Neuerung betrifft die Bosch-Smart-Home-Kameras.

Mit Eyes+ führt Bosch eine Personenunterscheidung ein, die bekannte von unbekannten Personen unterscheiden soll.

Beim Einrichten nimmt die Kamera mehrere Bilder aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf. Aus diesen Daten erzeugt Bosch eine verschlüsselte Merkmalsbeschreibung.

Die ursprünglichen Aufnahmen löscht das System anschließend. Ein einzelnes Bild bleibt lediglich für die Anzeige der bekannten Person innerhalb der App gespeichert.

Im Alltag soll Eyes+ dadurch gezieltere Meldungen ermöglichen. Statt bei jeder erkannten Person eine Push-Nachricht zu senden, kann das System beispielsweise unterscheiden, ob ein Familienmitglied oder eine unbekannte Person vor der Kamera steht.

Das könnte gerade bei Außenkameras die Zahl unnötiger Benachrichtigungen deutlich reduzieren.

Eyes+ kostet 2,99 Euro im Monat

Eyes+ ist allerdings ebenfalls ein kostenpflichtiger Zusatzdienst.

Bosch verlangt dafür 2,99 Euro pro Monat. Die Funktion soll ab Oktober 2026 für die Bosch Smart Home Innen- und Außenkameras verfügbar sein.

Damit entstehen für Nutzer inzwischen mehrere mögliche laufende Kosten.

Wer Home+ und Eyes+ gleichzeitig verwendet, zahlt insgesamt 7,98 Euro pro Monat.

Das sollte man beim Aufbau eines größeren Bosch-Smart-Home-Systems mit einrechnen.

Preise und Verfügbarkeit

Funktion / ProduktPreisVerfügbarkeit
Home+4,99 € / Monatverfügbar
Optimierte Wärmeverteilungin Home+ enthaltenverfügbar
Bedarfsoptimierte Heizungin Home+ enthaltenverfügbar
Heizkörper-Thermostat II [+M] PROüber Installateurab September 2026
Eyes+ Personenunterscheidung2,99 € / Monatab Oktober 2026

Was gut klingt und was mich stört

Bei der Heizungssteuerung geht Bosch in eine interessante Richtung. Die Verbindung zwischen Raumregelung und Wärmepumpe ist aus meiner Sicht sinnvoller als immer neue Automationen innerhalb einzelner Thermostate.

Auch der automatisierte hydraulische Abgleich kann für viele Haushalte interessant sein, sofern die vorhandene Heizungsanlage technisch dazu passt.

Weniger gefällt mir die zunehmende Zahl kostenpflichtiger Dienste. Home+ kostet bereits monatlich Geld, und mit Eyes+ kommt für Kameranutzer ein weiteres Abo hinzu.

Gerade bei einem Smart-Home-System, in das Nutzer häufig mehrere hundert oder sogar tausend Euro investieren, können solche laufenden Kosten mit der Zeit relevant werden.

PixelFlow-Einordnung

Zum zehnjährigen Jubiläum zeigt Bosch Smart Home keine neue Geräteflut, sondern arbeitet stärker am Zusammenspiel bestehender Komponenten.

Für mich ist die bedarfsoptimierte Heizung dabei die interessanteste Neuerung. Wenn Wärmepumpe, Raumthermostate und Heizkörper tatsächlich enger zusammenarbeiten, kann das sinnvoller sein als reine Zeitpläne oder Geofencing.

Eyes+ dürfte Kameras im Alltag angenehmer machen, weil weniger unwichtige Meldungen ankommen. Der monatliche Aufpreis von 2,99 Euro bleibt aber ein Punkt, den Bosch-Smart-Home-Nutzer vor der Buchung berücksichtigen sollten.

LarsStephan
LarsStephan
Ich bin Technik-Enthusiast, Digital-Nerd und kreativer Kopf hinter PixelFlow.eu – einem Online-Magazin, das Technik nicht nur erklärt, sondern erlebbar macht. Mit einem Gespür für Trends, einem Faible für smarte Lösungen wie Balkonkraftwerke und einem offenen Blick für alles, was sich durch Strom, Daten und Innovation antreiben lässt, schreibe ich unterhaltsam und journalistisch über das, was die Tech-Welt bewegt. Ob Produkttest, Event oder Branchen-Insight – mein Ziel ist es, Technik verständlich, relevant und mit einem Augenzwinkern rüberzubringen. Für Early Adopters genauso wie für Alltagsnutzer.

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