Wer einen sehr großen Fernseher ersetzen möchte, landet schnell bei einem Ultrakurzdistanzprojektor. Genau hier setzt AWOL Vision mit dem neuen LuxVision an. Das Flaggschiff kombiniert 4K mit 120 Hz, eine hohe Lichtleistung und optischen Lens-Shift, kostet mit 5.999 Euro allerdings auch deutlich mehr als typische UST-Projektoren.
4K mit 120 Hz richtet sich klar an Gamer
Das technisch auffälligste Merkmal des AWOL LuxVision ist die Darstellung von 4K-Inhalten mit 120 Bildern pro Sekunde. Laut AWOL Vision handelt es sich um den weltweit ersten Ultrakurzdistanzprojektor, der 4K bei 120 Hz mit einem optischen Lens-Shift kombiniert.
Gerade für Spieler kann das interessant sein. Der Hersteller nennt eine Eingabeverzögerung von 1 ms sowie Unterstützung für ALLM, VRR und Dolby Vision Gaming. Damit nähert sich der LuxVision funktional stärker aktuellen Gaming-TVs und Monitoren an als viele klassische Heimkino-Projektoren.
Bei den Anschlüssen stehen drei HDMI-2.1-Ports und ein DisplayPort zur Verfügung. Dazu kommt ein 4-Kanal-HDMI-Multiview-Modus, mit dem mehrere Quellen gleichzeitig dargestellt werden können.
Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:
- 4K-Auflösung mit bis zu 120 Hz
- 6.000 ISO-Lumen
- RGB-Triple-Laser
- Projektionsverhältnis von 0,18:1
- Bilddiagonale bis 200 Zoll
- optischer vertikaler Lens-Shift
- 1 ms Eingabeverzögerung laut Hersteller
- VRR und ALLM
- Dolby Vision Gaming
- Dolby Vision
- IMAX Enhanced
- Filmmaker Mode
- 3D-Unterstützung
- drei HDMI-2.1-Anschlüsse
- DisplayPort
6.000 ISO-Lumen sollen auch bei Restlicht helfen
AWOL Vision gibt für den LuxVision eine Helligkeit von 6.000 ISO-Lumen an. Das ist für einen UST-Projektor ein hoher Wert und dürfte den Einsatz in Wohnräumen erleichtern, in denen sich das Licht nicht vollständig kontrollieren lässt.
Eine passende ALR-Leinwand bleibt trotzdem relevant. Auch ein sehr heller Projektor kann direktes Sonnenlicht nicht einfach verschwinden lassen. Wer tagsüber möglichst fernsehartige Kontraste erwartet, sollte die Leinwand deshalb bei der Budgetplanung berücksichtigen.
Für die Farbdarstellung setzt AWOL auf einen RGB-Triple-Laser. Laut Hersteller deckt der Projektor 110 Prozent des Rec.2020-Farbraums ab. Dazu kommen dynamisches Tone Mapping und eine siebenstufige dynamische Blende.
Ob diese Kombination tatsächlich sichtbar bessere Schwarzwerte und feinere HDR-Abstufungen liefert, lässt sich anhand der technischen Daten allein noch nicht beurteilen.
Bis zu 200 Zoll aus kurzer Entfernung
Wie bei einem Ultrakurzdistanzprojektor üblich, steht der LuxVision sehr nah an der Projektionsfläche. Das Projektionsverhältnis liegt bei 0,18:1. AWOL nennt mögliche Bildgrößen von bis zu 200 Zoll.
Interessanter als die maximale Diagonale finde ich allerdings den optischen Lens-Shift. Die vertikale Bildposition lässt sich motorisiert verändern, ohne das Bild digital verschieben zu müssen.
Das kann bei UST-Projektoren einen echten Vorteil bringen. Schon kleine Abweichungen beim Aufstellen verändern dort die Bildgeometrie deutlich. Eine optische Korrekturmöglichkeit kann die Einrichtung deshalb vereinfachen und vermeidet Qualitätsverluste durch digitale Korrekturen.
Eine motorisierte Objektivabdeckung gehört ebenfalls zur Ausstattung.
AWOL will den Regenbogeneffekt reduzieren
Bei Projektoren mit entsprechender Projektionstechnik können manche Menschen den sogenannten Regenbogeneffekt wahrnehmen. Dabei treten vor allem bei kontrastreichen Szenen kurzzeitig farbige Blitze oder Konturen auf.
AWOL Vision setzt beim LuxVision auf seine Anti-RBE-Technologie der zweiten Generation. Sie kombiniert laut Hersteller eine angepasste Bildverarbeitung mit einer TÜV-zertifizierten Reduzierung bestimmter Lichtanteile.
Wie gut das funktioniert, ist stark vom jeweiligen Betrachter abhängig. Gerade für Menschen, die bei anderen Projektoren empfindlich auf den Regenbogeneffekt reagieren, wäre das deshalb ein Punkt, den ich vor dem Kauf selbst ausprobieren würde.
Was gut klingt und was noch offen bleibt
Auf dem Papier deckt der LuxVision ungewöhnlich viele Einsatzbereiche ab. Heimkino mit Dolby Vision und IMAX Enhanced trifft auf 4K mit 120 Hz, VRR und eine sehr niedrige angegebene Latenz fürs Gaming.
Dazu kommen die hohe Lichtleistung und der optische Lens-Shift. Gerade letzterer könnte im Alltag nützlicher sein als manche reine Spitzenangabe im Datenblatt.
Der Preis setzt allerdings klare Grenzen. Mit 5.999 Euro UVP bewegt sich der LuxVision im Premiumsegment. Dazu kann noch eine hochwertige Leinwand kommen. Damit konkurriert das System finanziell bereits mit sehr großen Premium-TVs und kompletten Projektor-Setups.
Auch die Angabe von 1 ms Eingabeverzögerung würde ich gerne unter realen Bedingungen messen. Solche Werte hängen stark von Auflösung, Bildfrequenz und gewähltem Bildmodus ab.


Für wen lohnt sich der AWOL LuxVision?
Der LuxVision richtet sich vor allem an Heimkino-Fans, die ein Bild weit jenseits klassischer TV-Größen möchten, aber keinen Projektor an der Decke installieren wollen.
Für Gamer wird er interessant, wenn 4K mit 120 Hz, VRR und geringe Latenzen tatsächlich so funktionieren wie angegeben. Wer dagegen hauptsächlich Filme am Abend schaut, benötigt einige dieser Gaming-Funktionen vermutlich nicht und findet möglicherweise günstigere Alternativen.
PixelFlow-Einordnung
Der AWOL LuxVision wirkt weniger wie ein typischer UST-Projektor und stärker wie der Versuch, großen Fernsehern bei Gaming und Heimkino gleichzeitig Konkurrenz zu machen. 4K mit 120 Hz, 6.000 ISO-Lumen und der optische Lens-Shift sind dafür eine interessante Kombination.
Mit 5.999 Euro muss die Bildqualität diesem Datenblatt allerdings gerecht werden. Besonders spannend wären für einen Test die tatsächliche Helligkeit, der Schwarzwert, die Gaming-Latenz und die Qualität des Lens-Shifts.
Der AWOL LuxVision soll ab Oktober 2026 erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 5.999 Euro.