Große KI-Modelle müssen nicht zwingend in der Cloud laufen. Acer zeigt auf der IFA 2026 zwei kompakte Workstations, die KI-Agenten und Modelle direkt am Arbeitsplatz ausführen sollen. Der Acer RTX Spark setzt dafür auf einen NVIDIA RTX Spark Superchip und bis zu 1 Petaflop KI-Rechenleistung. Der Veriton RI110 kombiniert dagegen lokale Verarbeitung mit Cloud-Diensten und unterstützt Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern.
Beide Rechner richten sich klar an Entwickler, Kreative und professionelle Nutzer. Die technischen Ansätze unterscheiden sich dabei deutlich.
Acer RTX Spark bringt bis zu 1 Petaflop auf den Schreibtisch
Beim Acer RTX Spark steht die lokale Verarbeitung im Mittelpunkt. Der kompakte Desktop basiert auf dem NVIDIA RTX Spark Superchip und erreicht laut Acer eine KI-Rechenleistung von bis zu 1 Petaflop.
Dazu kommen bis zu 128 GB gemeinsamer Speicher, auf den CPU und GPU zugreifen können. Das ist gerade bei größeren lokalen KI-Modellen interessant, weil nicht nur die reine Rechenleistung zählt. Auch der verfügbare Speicher begrenzt, welche Modelle sinnvoll lokal ausgeführt werden können.
Die Plattform kombiniert:
- CPU mit bis zu 20 Kernen
- Blackwell RTX GPU mit bis zu 6.144 Kernen
- bis zu 128 GB gemeinsamen Speicher
- bis zu 1 Petaflop KI-Rechenleistung
- NVIDIA KI- und RTX-Technologien
Acer positioniert den RTX Spark vor allem für persönliche KI-Agenten und lokale Entwicklungsumgebungen.
Veriton RI110 unterstützt Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern
Beim Acer Veriton RI110 verfolgt Acer einen etwas anderen Ansatz. Die Mini-Workstation soll lokale Rechenleistung mit Cloud-Diensten verbinden.
Als Prozessor kommt ein Intel Core Ultra X7 358H zum Einsatz. Für die Grafik ist eine Intel Arc B390 zuständig. Dazu gibt es bis zu 96 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und eine PCIe-Gen-4-SSD mit maximal 1 TB.
Acer gibt an, dass das System KI-Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern unterstützt.
| Ausstattung | Acer Veriton RI110 |
|---|---|
| Prozessor | Intel Core Ultra X7 358H |
| Grafik | Intel Arc B390 |
| Arbeitsspeicher | bis 96 GB LPDDR5X |
| SSD | bis 1 TB PCIe Gen 4 |
| KI-Modelle | bis 120 Mrd. Parameter |
| Netzwerk | 10 GbE + 2,5 GbE |
| Drahtlos | Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4 |
| Erweiterung | OCuLink mit bis zu 64 Gbit/s |
Gerade die Kombination aus viel gemeinsamem Speicher und schneller externer Erweiterung macht das Gerät interessanter als einen klassischen Mini-PC.
OCuLink ermöglicht externe Grafikkarten und SSDs
Beim RI110 verbaut Acer einen OCuLink-Anschluss mit PCIe 4.0 x4 und einer Bandbreite von bis zu 64 Gbit/s.
Darüber lassen sich externe Grafikkarten oder schnelle NVMe-Speicher anbinden. Das kann beispielsweise bei Machine Learning, 3D-Rendering oder größeren Content-Projekten sinnvoll sein.
OCuLink hat gegenüber klassischen USB-Verbindungen den Vorteil einer direkteren PCIe-Anbindung. Gerade bei externen GPUs kann dadurch mehr Bandbreite zur Verfügung stehen.
Zur weiteren Ausstattung gehören zwei Netzwerkanschlüsse mit 10 GbE und 2,5 GbE, Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4 sowie USB-, HDMI- und DisplayPort-Anschlüsse.
Qubi Claw soll Aufgaben automatisch erledigen
Interessant wird der Veriton RI110 durch die Software. Acer bringt mit Qubi Claw einen eigenen Ansatz für agentische KI mit.
Die Software kann Aufgaben selbstständig oder zu festgelegten Zeiten ausführen. Acer nennt unter anderem:
- Online-Recherchen
- Vorschläge für Reisepläne
- Terminplanung
- Aufzeichnung gesprochener Inhalte
- automatische Transkription
- Übersetzungen in Textnotizen
Qubi Claw soll dabei in einer abgeschirmten Umgebung arbeiten.
Das ist gerade für lokale KI interessant. Persönliche Dokumente, Aufzeichnungen oder andere sensible Daten müssen dadurch nicht zwangsläufig für jeden Arbeitsschritt an externe Dienste übertragen werden.
Intel SuperClaw verteilt Aufgaben zwischen PC und Cloud
Daneben unterstützt Acer Intel SuperClaw.
Hier entscheidet das System je nach Aufgabe, ob lokale Hardware oder Cloud-Ressourcen verwendet werden. Wiederkehrende oder sensible Aufgaben sollen bevorzugt direkt auf dem Rechner laufen.
Bei aufwendigeren Berechnungen oder wenn Informationen aus externen Quellen benötigt werden, kann SuperClaw auf Cloud-Dienste zurückgreifen.
Dieser hybride Ansatz dürfte für viele Nutzer praktischer sein als eine reine Local-AI-Lösung. Ein Mini-PC kann schließlich nicht jedes beliebig große Modell sinnvoll ausführen.
Was gut klingt und was noch fehlt
Beim RTX Spark beeindruckt vor allem die Kombination aus 1 Petaflop Rechenleistung und bis zu 128 GB gemeinsamem Speicher. Für lokale Modelle kann der große Speicher wichtiger werden als eine möglichst hohe einzelne Leistungsangabe.
Der Veriton RI110 wirkt dagegen flexibler. 96 GB RAM, OCuLink, 10-GbE und die Möglichkeit, lokale KI mit Cloud-Ressourcen zu verbinden, passen gut zu einer kleinen Workstation.
Offen bleiben allerdings zwei zentrale Punkte: Preis und konkreter Stromverbrauch. Gerade bei dauerhaft laufenden KI-Agenten spielt die Leistungsaufnahme eine wichtige Rolle.
Auch beim RTX Spark fehlt bislang ein Marktstart.
PixelFlow-Einordnung
Acer zeigt mit den beiden Geräten zwei unterschiedliche Wege für KI am Arbeitsplatz. Der RTX Spark konzentriert sich auf möglichst viel lokale Rechenleistung in einem kleinen Gehäuse. Der Veriton RI110 setzt stärker auf Flexibilität und die Verbindung zwischen lokalem Rechner und Cloud.
Für mich ist der RI110 fast das interessantere System. OCuLink, 10-GbE und bis zu 96 GB Speicher machen ihn auch abseits von KI zu einer ernsthaften Mini-Workstation.
Der Acer Veriton RI110 soll im ersten Quartal 2027 erscheinen. Preise nennt Acer bislang nicht. Auch für Geräte auf Basis des RTX Spark steht ein konkreter Veröffentlichungstermin noch aus.