DJI baut seine noch junge Saugroboter-Sparte weiter aus. Mit der ROMO 2 Serie bringt der Hersteller zwei neue Modelle auf den Markt, die stärker auf Hinderniserkennung, automatisierte Reinigungsentscheidungen und schwer erreichbare Bereiche ausgelegt sind. ROMO P2 und ROMO A2 arbeiten mit bis zu 36.000 Pa Saugleistung, einem LiDAR-gesteuerten Schwenkarm und einer Basisstation, die laut DJI bis zu 365 Tage ohne manuelle Reinigung auskommen soll.
Viele Technologien erinnern dabei an das Kerngeschäft des Herstellers. DJI überträgt Teile seiner Erfahrung bei räumlicher Wahrnehmung und Hinderniserkennung aus dem Drohnenbereich auf den Haushalt.
ROMO 2 erkennt Hindernisse ab 2 Millimetern
Eine der interessantesten Funktionen betrifft die Navigation. Der ROMO 2 soll Hindernisse auf Bodenhöhe millimetergenau erkennen können.
DJI nennt dabei Gegenstände und Kabel mit einer Dicke von nur 2 Millimetern. Das ist für einen Saugroboter relevant, weil gerade dünne Ladekabel, Schnüre oder kleine Gegenstände vielen Geräten weiterhin Probleme bereiten.
Der Roboter soll zudem aus vorherigen Reinigungsvorgängen lernen und auch unbekannte Hindernisse erkennen und umfahren können.
Ungewöhnlich ist die versprochene Erkennung transparenter Objekte. Glas und Spiegel sollen vom ROMO 2 erkannt werden, obwohl optische Navigationssysteme bei transparenten Flächen häufig Schwierigkeiten haben.
An der Unterseite sitzt ergänzend eine eigene Beleuchtung. Sie leuchtet den Boden aus, damit Kamera und Sensorik auch bei wenig Umgebungslicht Schmutz und Hindernisse erfassen können.
Wie zuverlässig das mit dünnen Kabeln und transparenten Flächen wirklich funktioniert, wäre einer der Punkte, die wir in einem Test genauer prüfen würden.
Schmutz und Flüssigkeiten werden unterschiedlich behandelt
DJI will die Sensorik nicht ausschließlich für die Navigation nutzen. Der ROMO 2 soll erkennen, womit er es auf dem Boden zu tun hat, und seine Reinigung daran anpassen.
Auf Teppichen erhöht das System automatisch die Saugleistung. Erkennt der Roboter verschüttete Flüssigkeit, soll er seinen Schwenkarm gezielt einsetzen, damit sich die Flüssigkeit nicht weiter verteilt.
Je nach Situation kann ROMO 2:
- die Saugleistung erhöhen
- bestimmte Bereiche gezielt nachwischen
- zuerst freie Flächen reinigen
- Wischpads automatisch anheben
- seine Route an erkannte Hindernisse anpassen
Damit versucht DJI, weniger feste Reinigungsmuster abzuarbeiten. Ob diese automatische Auswahl im Alltag immer zur richtigen Strategie führt, lässt sich anhand der Herstellerangaben allerdings noch nicht beurteilen.
123-Grad-Schwenkarm kommt weiter unter Möbel
Ein zentraler Unterschied zur ersten Generation ist der neue adaptive Schwenkarm.
Ein integrierter LiDAR-Sensor erfasst, wo der Arm eingesetzt werden kann. Der Bewegungsbereich liegt bei 123 Grad.
Gegenüber der vorherigen Generation reicht der Arm laut DJI 7,8 Zentimeter weiter. Unter freistehenden Möbeln kann er 4,5 Zentimeter tiefer reinigen.
Das soll vor allem bei Schränken, Sofas und anderen Möbelstücken helfen, unter denen der eigentliche Roboterkörper keinen Platz mehr findet.
An Wänden und Tischbeinen soll der Arm bis auf wenige Millimeter heranfahren, ohne die Gegenstände zu berühren.
Gerade die Randreinigung ist weiterhin eine Schwachstelle vieler runder Saugroboter. Ein bewegliches Wischsystem kann hier einen sichtbaren Unterschied machen, sofern Positionsbestimmung und Mechanik präzise genug arbeiten.
36.000 Pa Saugleistung und besondere Teppichabdichtung
Die maximale Saugleistung liegt bei 36.000 Pa.
Eine hohe Pa-Angabe allein sagt allerdings noch wenig über die tatsächliche Reinigungsleistung aus. Bürstenkonstruktion, Luftführung und Abdichtung zum Boden spielen ebenfalls eine Rolle.
DJI versucht auf Teppichen genau dort anzusetzen. Eine Druckplatte senkt sich ab und bildet laut Hersteller eine möglichst geschlossene Verbindung zum Untergrund. Dadurch soll ein größerer Teil der Saugleistung tatsächlich durch den Teppich gezogen werden.
Zwei Seitenbürsten arbeiten mit jeweils zwei Borstenbüscheln. Ihr Reinigungsbereich überschneidet sich, während die Konstruktion gleichzeitig verhindern soll, dass sich Haare stark darin aufwickeln.
Die wichtigsten technischen Angaben der ROMO-2-Serie im Überblick:
| Merkmal | DJI ROMO 2 |
|---|---|
| Maximale Saugleistung | 36.000 Pa |
| Schwenkbereich Reinigungsarm | 123° |
| Hinderniserkennung | ab 2 mm |
| Einstufige Schwellen | bis 4 cm |
| Zweistufige Hindernisse | bis 8,5 cm |
| Schnellladen | 55 W |
| Vollladung | ca. 2,5 Stunden |
| Leises Wischen | ab 38 dBA |
| Basisstation | selbstreinigend |
| Lokaler Datenmodus | geplant Ende 2026 |
Bis zu 8,5 Zentimeter hohe Schwellen
Auch bei Türschwellen und anderen Höhenunterschieden hat DJI nachgelegt.
Der ROMO 2 verfügt über bewegliche Roboterbeine und soll einstufige Hindernisse bis 4 Zentimeter überwinden.
Bei zweistufigen Hindernissen nennt DJI sogar bis zu 8,5 Zentimeter.
Der Roboter erkennt eine Schwelle und hebt seinen Körper passend an, statt einfach mit hoher Geschwindigkeit dagegenzufahren.
Gerade in Wohnungen mit Übergangsleisten oder unterschiedlichen Bodenhöhen kann diese Fähigkeit wichtiger sein als zusätzliche Saugleistung. Ein Saugroboter hilft wenig, wenn er einzelne Räume nicht selbstständig erreichen kann.
Auch hier handelt es sich um Maximalwerte unter Herstellerbedingungen. Form, Breite und Oberfläche einer Schwelle können in der Praxis einen großen Unterschied machen.
Basisstation soll sich bis zu 365 Tage selbst reinigen
Viel Aufmerksamkeit bekommt auch die neue Basisstation.
Das Waschbrett besitzt eine nanokristalline Oberfläche, an der sich Schmutz weniger stark festsetzen soll. Vier Hochdruckdüsen spülen die Fläche, während eine Schmutzwasseröffnung mit 16 Millimetern Durchmesser das Wasser absaugt.
DJI spricht dadurch von bis zu 365 Tagen wartungsfreiem Betrieb.
Diese Angabe sollte man richtig einordnen. Das bedeutet nicht, dass der Besitzer ein Jahr lang überhaupt nichts am System machen muss. Verbrauchsmaterialien, Frischwasser, Schmutzwasser oder andere Komponenten bleiben weiterhin Teil des Betriebs. Die Aussage bezieht sich auf die Reinigung der entsprechenden Stationstechnik.
Wie sauber das Waschbrett nach mehreren Monaten tatsächlich bleibt, wäre daher ebenfalls interessant für einen Langzeittest.
DJI arbeitet auch am Geräuschpegel
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lautstärke.
DJI gibt an, im gesamten System 32 schallreduzierende Materialien und Komponenten einzusetzen. Dazu gehören Dämmmatten und spezielle Kammern zur Geräuschreduzierung.
Beim leisen Wischen soll der ROMO 2 nur 38 dBA erreichen.
Auch die Geräusche während der Bewegung, beim Wischen und bei der Staubaufnahme in der Station sollen gegenüber der vorherigen Lösung deutlich reduziert worden sein.
Solche Werte sind im Alltag relevant, wenn der Roboter beispielsweise während Homeoffice, Fernsehen oder nachts arbeiten soll.
55-Watt-Laden in rund 2,5 Stunden
Der Akku unterstützt 55-Watt-Schnellladen.
Eine vollständige Ladung dauert laut DJI rund 2,5 Stunden. Interessanter ist aber, dass der Roboter die Aufenthalte an der Station nutzt, um zwischendurch nachzuladen.
Wenn ROMO 2 zum Reinigen seiner Wischpads zurückkehrt, kann gleichzeitig Energie nachgeladen werden.
Damit soll verhindert werden, dass größere Reinigungsvorgänge unnötig lange unterbrochen werden.
Eine konkrete Akkukapazität oder maximale Laufzeit nennt DJI in der vorliegenden Ankündigung nicht.
Lokaler Datenmodus kommt Ende 2026
Bei einem Saugroboter mit Kamera stellt sich zwangsläufig die Frage, was mit den aufgenommenen Bildern passiert.
DJI kündigt hierfür einen lokalen Datenmodus an. Sobald dieser aktiviert ist, wird die Internetverbindung der DJI Home App getrennt. Fotos und Videos sollen dann nicht mit externen Servern synchronisiert werden können.
Die Kamera dient hauptsächlich der Navigation, Hinderniserkennung und dem Sprachassistenten. Kamera und Mikrofon können laut DJI über die App vollständig deaktiviert werden.
Gespeicherte personenbezogene Daten sollen sich ebenfalls löschen lassen.
Eine Einschränkung gibt es zum Verkaufsstart: Der lokale Datenmodus ist erst für Ende 2026 angekündigt. Käufer erhalten diese Funktion also voraussichtlich nicht direkt ab Werk.
Gerade bei einem Gerät, das mit Kamera und Mikrofon durch private Wohnräume fährt, wäre es sinnvoll, diese Funktion möglichst früh verfügbar zu machen.
ROMO P2 und ROMO A2 starten ab 1.199 Euro
DJI bringt die ROMO-2-Serie im September in mehreren Konfigurationen auf den Markt.
Die regulären Preise:
| Modell | Regulärer Preis |
|---|---|
| DJI ROMO Clean More Combo | ab 1.349 € |
| DJI ROMO P2, Wassertank-Version | ab 1.299 € |
| DJI ROMO A2, Wassertank-Version | ab 1.199 € |
Zum Verkaufsstart gibt es in Deutschland allerdings deutliche Rabatte.
Vom 9. bis 30. September 2026 gelten laut DJI folgende Early-Bird-Preise:
- ROMO Clean More Combo: 1.099 statt 1.349 Euro
- ROMO P2: 1.059 statt 1.299 Euro
- ROMO A2: 1.049 statt 1.199 Euro
Die Angebote gelten im DJI Store und bei Amazon.
Der Abstand zwischen A2 und P2 beträgt während der Aktion gerade einmal zehn Euro. Welche technischen Unterschiede zwischen den beiden Varianten diesen Preisunterschied begründen, erklärt DJI in der vorliegenden Meldung allerdings nicht ausreichend. Das sollte man vor einer Kaufentscheidung prüfen.
PixelFlow-Einordnung
DJI setzt beim ROMO 2 nicht einfach auf eine noch größere Zahl bei der Saugleistung. Interessanter sind für mich die Hinderniserkennung ab zwei Millimetern, der größere Schwenkarm und die Fähigkeit, hohe Schwellen zu überwinden.
36.000 Pa sehen auf einem Datenblatt beeindruckend aus. Im Alltag entscheidet aber stärker, ob ein Roboter Kabel liegen lässt, an Tischbeinen sauber wischt und tatsächlich alle Räume erreicht.
Gerade beim Thema Navigation könnte DJI seine Erfahrung aus dem Drohnenbereich ausspielen. Ob sich diese Technik im Wohnraum wirklich sichtbar von Roborock, Dreame, Ecovacs und anderen etablierten Herstellern absetzt, muss ein direkter Vergleich zeigen.
Auch die versprochenen 365 Tage ohne Reinigung der Station würde ich erst nach längerer Nutzung bewerten.
Positiv ist der angekündigte lokale Datenmodus. Schade ist allerdings, dass er erst Ende 2026 nachgereicht werden soll und damit beim Verkaufsstart noch fehlt.
Preislich spielt die ROMO-2-Serie klar in der Oberklasse. Durch die Early-Bird-Angebote wird sie interessanter. 1.049 Euro für den ROMO A2 und 1.059 Euro für den P2 sind trotzdem Beträge, bei denen die versprochenen Funktionen im Alltag zuverlässig funktionieren müssen.