Acer baut sein Mobility-Angebot weiter aus und zeigt zur IFA 2026 den neuen Predator ES Thunder Pro. Der E-Scooter kombiniert einen 500-Watt-Motor mit bis zu 1.600 Watt Spitzenleistung, 70 Kilometern Reichweite und einer Traktionskontrolle für schwierige Straßenverhältnisse.
Dazu kommen 10-Zoll-Offroadreifen, IPX6-Wasserschutz und eine Ortungsfunktion über Apple Find My beziehungsweise Googles Find Hub. In Europa soll das Modell Anfang 2027 für 799 Euro starten.
500 Watt Motor und bis zu 1.600 Watt Spitzenleistung
Der Predator ES Thunder Pro arbeitet mit Hinterradantrieb und einem 500-Watt-Gleichstrommotor. Kurzzeitig soll das System bis zu 1.600 Watt Spitzenleistung sowie ein maximales Drehmoment von 32 Nm erreichen.
Gegenüber der Vorgängergeneration will Acer damit vor allem beim Beschleunigen und an Steigungen zulegen. Der Hersteller gibt an, dass der Scooter Steigungen von bis zu 28 Prozent bewältigen kann.
Die wichtigsten technischen Angaben:
- 500 Watt Motorleistung
- bis zu 1.600 Watt Spitzenleistung
- maximal 32 Nm Drehmoment
- Hinterradantrieb
- bis zu 70 Kilometer Reichweite
- Steigungen bis 28 Prozent
- 10 Zoll große schlauchlose Offroadreifen
- Traktionskontrolle
- IPX6-Wasserschutz
Eine wichtige Information fehlt in der Ankündigung allerdings: Zur Höchstgeschwindigkeit und zur konkreten Straßenzulassung für Deutschland macht Acer noch keine Angaben. Gerade für den deutschen Markt sollte man deshalb die finale Ausstattung abwarten.
Bis zu 70 Kilometer Reichweite
Mit vollständig geladenem Akku nennt Acer eine maximale Reichweite von 70 Kilometern.
Wie bei praktisch jedem E-Scooter dürfte dieser Wert unter günstigen Bedingungen ermittelt worden sein. Fahrergewicht, Außentemperatur, Steigungen, Reifendruck und Fahrweise beeinflussen die tatsächliche Reichweite erheblich.
Trotzdem positioniert sich der Thunder Pro mit dieser Angabe eher als Modell für längere Strecken und regelmäßige Nutzung als als reiner Scooter für die letzten zwei Kilometer vom Bahnhof.
Zur Akkukapazität oder Ladezeit nennt Acer in der vorliegenden Ankündigung noch keine Daten.
Traktionskontrolle für nasse Straßen
Interessant finde ich die integrierte Traktionskontrolle. Das System passt die Leistungsabgabe abhängig vom Untergrund in Echtzeit an und soll verhindern, dass das angetriebene Hinterrad auf rutschigen Flächen zu schnell die Haftung verliert.
Bei einem Scooter mit bis zu 1.600 Watt Spitzenleistung ergibt eine solche Regelung durchaus Sinn.
Dazu montiert Acer schlauchlose 10-Zoll-Offroadreifen. Sie sollen auch auf schlechterem Asphalt und unebenen Wegen mehr Stabilität bieten.
Der Scooter besitzt zudem einen IPX6-Schutz. Damit ist er gegen kräftiges Strahlwasser geschützt. Eine Einladung zu längeren Fahrten durch tiefes Wasser ist das allerdings nicht.
Tagfahrlicht und RGB-Beleuchtung
Acer stattet den Thunder Pro mit einem vorderen Tagfahrlicht aus. Dazu kommt eine RGB-Ambientebeleuchtung.
Bei einem Predator-Produkt überrascht RGB kaum. Beim E-Scooter hat die Beleuchtung aber zumindest einen praktischen Nebeneffekt, weil sie die Sichtbarkeit des Fahrzeugs erhöhen kann.
Welche Beleuchtung in der deutschen Serienversion tatsächlich verbaut sein wird, dürfte auch von den Anforderungen für die hiesige Zulassung abhängen.
Find My und Find Hub helfen bei der Ortung
Bei der Connectivity geht Acer einen interessanten Weg. Der Predator ES Thunder Pro lässt sich über Find My und Find Hub orten.
Damit bindet Acer den Scooter in die bereits vorhandenen Ortungsnetzwerke von Apple beziehungsweise Google ein. Wer seinen abgestellten Scooter nicht mehr findet oder einen Diebstahl vermutet, kann dessen Standort dadurch über das Smartphone prüfen.
Zusätzliche Funktionen bietet die Acer eMobility App. Dort lassen sich unter anderem:
- Akkustand prüfen
- Fahrdaten anzeigen
- Fahrzeugstatus abrufen
- elektronische Verriegelung bedienen
- Beleuchtung steuern
- Fahrzeugeinstellungen ändern
Die Kombination aus App und systemübergreifender Ortung finde ich sinnvoller als eine reine proprietäre Tracking-Lösung, die nur innerhalb einer einzelnen Hersteller-App funktioniert.
Sprachsteuerung über Smartphone und Smartwatch
Acer integriert auch eine KI-basierte Sprachsteuerung.
Über Smartphone oder Smartwatch sollen sich bestimmte Funktionen per Sprachbefehl auslösen lassen. Genannt werden das Ver- und Entriegeln des Scooters, die Abfrage des Akkustands und die Steuerung der Beleuchtung.
Ob man seinen E-Scooter im Alltag wirklich regelmäßig per Sprache bedienen möchte, muss jeder selbst entscheiden. Für eine schnelle Akkustandsabfrage über die Smartwatch kann die Funktion aber durchaus praktisch sein.
Predator ES Thunder Pro im Überblick
| Merkmal | Acer Predator ES Thunder Pro |
|---|---|
| Antrieb | Hinterrad |
| Motor | 500 W |
| Spitzenleistung | bis 1.600 W |
| Drehmoment | bis 32 Nm |
| Reichweite | bis 70 km |
| Steigung | bis 28 % |
| Reifen | 10 Zoll, schlauchlos, Offroad |
| Traktionskontrolle | Ja |
| Wasserschutz | IPX6 |
| Ortung | Find My / Find Hub |
| App | Acer eMobility |
| Preis | 799 € UVP |
| Marktstart | voraussichtlich Q1 2027 |
Was gut klingt und was Acer noch beantworten muss
Auf dem Papier wirkt der Predator ES Thunder Pro wie ein deutlich leistungsfähigeres Modell als ein klassischer City-Scooter. 70 Kilometer angegebene Reichweite, 32 Nm und die Traktionskontrolle passen gut zu längeren Strecken und wechselnden Untergründen.
Auch Find My und Find Hub gefallen mir. Ein E-Scooter steht schließlich regelmäßig unbeaufsichtigt draußen, wodurch eine gute Ortungsmöglichkeit mehr bringt als manche zusätzliche App-Funktion.
Offen bleiben aber zentrale Daten. Acer nennt bislang weder Akkukapazität noch Ladezeit oder Höchstgeschwindigkeit. Noch wichtiger für Deutschland ist die Frage nach ABE und finaler Straßenzulassung. Dazu enthält die Ankündigung keine Angaben.
Für wen könnte sich der Thunder Pro lohnen?
Der Predator ES Thunder Pro richtet sich eher an Nutzer, die regelmäßig längere Strecken fahren und dabei nicht nur perfekten Stadtasphalt unter den Rädern haben.
Für kurze Pendelstrecken dürften günstigere und leichtere Modelle reichen. Wer dagegen Reichweite, stärkeren Antrieb und größere Reifen sucht, bekommt hier zumindest auf dem Datenblatt eine interessante Kombination.
799 Euro sind allerdings kein kleiner Betrag. Ob der Preis passt, hängt deshalb auch davon ab, welche Akku- und Zulassungsdaten Acer bis zum Marktstart noch nennt.
PixelFlow-Einordnung
Beim Predator ES Thunder Pro finde ich die Traktionskontrolle fast interessanter als die 1.600 Watt Spitzenleistung. Gerade auf nassem Untergrund bringt kontrollierbare Leistung mehr als ein möglichst hoher Spitzenwert.
Auch die Einbindung in Find My und Find Hub passt gut zu einem Fahrzeug, das regelmäßig draußen abgestellt wird.
Vor einer echten Kaufempfehlung fehlen mir aber noch Akkukapazität, Ladezeit, Höchstgeschwindigkeit und eine klare Aussage zur deutschen Straßenzulassung. Der Predator ES Thunder Pro soll im ersten Quartal 2027 für 799 Euro UVP in Europa erscheinen.