LG Fit&Max: Mehr Platz bei gleichen Außenmaßen

Haushaltsgeräte werden nicht automatisch kleiner, nur weil Küchen und Waschräume kompakter werden. Genau hier setzt LG mit Fit&Max an. Das Konzept war bisher vor allem bei Kühlschränken zu finden und wird zur IFA 2026 auf Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler ausgeweitet.

Die Idee dahinter ist recht einfach: Geräte sollen möglichst bündig in Möbelzeilen passen, dabei aber innen keinen Platz verschenken. Für Nutzer zählt am Ende also weniger der Name Fit&Max als die Frage, ob tatsächlich mehr Trommelvolumen, Stauraum oder Komfort bei ähnlichen Außenmaßen entsteht.

Waschmaschinen und Trockner sollen weniger hervorstehen

Bei der Wäschepflege setzt LG auf flachere Gehäuse und eine Einbauweise, bei der Waschmaschine oder Trockner möglichst bündig mit angrenzenden Schränken abschließen.

Das klingt zunächst nach einem reinen Design-Thema, kann in kleineren Räumen aber einen echten Unterschied machen. Wenn ein Gerät mehrere Zentimeter weniger in den Raum ragt, bleibt mehr Bewegungsfläche.

Gleichzeitig soll die Kapazität nicht darunter leiden. LG spricht von größeren Trommeln bei unveränderter Stellfläche. Möglich machen soll das unter anderem eine optimierte Innenstruktur sowie eine präzisere Steuerung des Direct-Drive-Motors.

Im Vergleich zu älteren LG-Modellen mit denselben Außenmaßen konnte die Kapazität laut Hersteller je nach Vergleichsgerät um zwei beziehungsweise drei Kilogramm erhöht werden. Die tatsächliche Kapazität hängt allerdings vom jeweiligen Modell ab.

AI Wash und AI Dry passen Programme an

Neben der Raumnutzung setzt LG auf automatische Programmanpassung.

AI Wash und AI Dry sollen Eigenschaften der Beladung erkennen und daraufhin Einstellungen selbstständig anpassen. Ziel ist, Zeit und Energie nicht unnötig zu verbrauchen.

Solche Funktionen sind vor allem dann sinnvoll, wenn Nutzer nicht bei jeder Wäsche selbst Programm, Dauer und Intensität auswählen möchten.

Wie gut die Automatik unterschiedliche Textilien und Beladungen tatsächlich erkennt, lässt sich aus der Ankündigung allein noch nicht beurteilen.

Fit&Max Geschirrspüler mit 1-Stunden-Programm

Auch bei Geschirrspülern setzt LG auf eine bündigere Integration in die Küchenzeile.

Hinter der möglichst flachen Front steckt unter anderem ein sogenannter 1-Stunden-Wash-&-Dry-Zyklus. Waschen und Trocknen sollen damit innerhalb einer Stunde möglich sein. Die tatsächliche Laufzeit kann sich jedoch abhängig von Bedingungen und zusätzlich gewählten Optionen verlängern.
Dazu kommt AI SenseClean. Die Funktion soll erkennen, wie stark eine Beladung verschmutzt ist, und die Reinigung entsprechend anpassen.

Der Ansatz ist sinnvoll. Leicht verschmutzte Teller brauchen schließlich nicht zwingend dieselbe Behandlung wie angetrocknete Töpfe oder Auflaufformen.

Kühlschränke sollen direkt an Wand und Möbel passen

Bei Kühlgeräten ist Fit&Max bereits weiter entwickelt.

LG kombiniert hier Zero Clearance, Thin Door Design und eine flache Front. Kühlschränke sollen dadurch dichter an Wänden oder angrenzenden Küchenschränken stehen können.

Das ist besonders bei engen Küchen interessant. Bei vielen Kühlschränken muss seitlich oder nach hinten zusätzlicher Platz eingeplant werden, damit Türen vollständig öffnen können oder die Belüftung funktioniert.

Fit&Max soll diesen Platzbedarf reduzieren.

Im Innenraum kommen unter anderem Dual FRESHConverter+ und Full Convert Drawer zum Einsatz. Damit lassen sich bis zu drei Temperaturzonen individuell einstellen.

Das kann praktisch sein, wenn Fleisch, Gemüse, Getränke oder andere Lebensmittel unterschiedliche Lagertemperaturen benötigen.

AI Fresh beobachtet die Nutzung drei Wochen

Auch bei den Kühlschränken arbeitet LG mit einer automatischen Anpassung.

AI Fresh analysiert laut Hersteller drei Wochen lang die Nutzungsgewohnheiten. Anschließend soll die Kühlung so angepasst werden, dass die Temperaturen möglichst stabil bleiben.

Ob sich daraus im Alltag ein spürbarer Vorteil ergibt, hängt stark davon ab, wie regelmäßig ein Haushalt den Kühlschrank nutzt.

Ein klarer Vorteil wäre beispielsweise, wenn das System häufige Nutzungszeiten erkennt und die Kühlleistung bereits passend vorbereitet.

Was gehört überhaupt zu Fit&Max?

Der Begriff klingt zunächst nach einer neuen Produktserie. Tatsächlich beschreibt er aber eher ein übergeordnetes Konzept.

Im Mittelpunkt stehen:

  • bündigere Integration in Möbelzeilen
  • geringerer Platzbedarf nach außen
  • größere beziehungsweise besser genutzte Innenräume
  • automatische Anpassung von Wasch-, Trocken- oder Spülprogrammen
  • flexiblere Temperaturzonen bei Kühlschränken
  • möglichst wenig verlorener Raum rund um das Gerät

Damit verbindet LG vor allem Design und Raumnutzung mit automatisierten Funktionen.

Deutschland-Start noch nicht für alle Geräte bestätigt

Hier gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung.

In Deutschland bezieht sich Fit&Max derzeit auf ausgewählte Kühlgeräte. Ob LG das Konzept hierzulande auch bei Waschmaschinen, Trocknern und Geschirrspülern einführt, steht aktuell noch nicht fest.

Die neuen Geräte dienen auf der IFA 2026 also zunächst auch als Ausblick darauf, wie LG sein Portfolio künftig aufstellen könnte.

Preise oder konkrete Marktstarts für die zusätzlichen Produktkategorien nennt der Hersteller bisher nicht.

PixelFlow-Einordnung

Fit&Max klingt zunächst nach einem typischen Marketingbegriff. Dahinter steckt aber ein Problem, das viele Haushalte kennen: Große Geräte sollen viel Platz im Inneren bieten, dürfen aber außen möglichst wenig Raum beanspruchen.

Gerade bei Waschmaschinen und Kühlschränken finde ich den Ansatz sinnvoll. Wenn LG tatsächlich größere Trommeln und flexiblere Innenräume bei ähnlichen Außenmaßen realisiert, ist das im Alltag deutlich hilfreicher als viele reine Smart-Home-Funktionen.

Interessant ist auch die bündigere Integration in Küchen und Waschräume. Wer wenig Platz hat oder Wert auf eine ruhige Möbelzeile legt, dürfte davon am meisten profitieren.

Der Haken ist derzeit die Verfügbarkeit. Für Deutschland sind bislang nur ausgewählte Kühlgeräte als Fit&Max-Modelle bestätigt. Ob Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler folgen, bleibt noch offen.

LarsStephan
LarsStephan
Ich bin Technik-Enthusiast, Digital-Nerd und kreativer Kopf hinter PixelFlow.eu – einem Online-Magazin, das Technik nicht nur erklärt, sondern erlebbar macht. Mit einem Gespür für Trends, einem Faible für smarte Lösungen wie Balkonkraftwerke und einem offenen Blick für alles, was sich durch Strom, Daten und Innovation antreiben lässt, schreibe ich unterhaltsam und journalistisch über das, was die Tech-Welt bewegt. Ob Produkttest, Event oder Branchen-Insight – mein Ziel ist es, Technik verständlich, relevant und mit einem Augenzwinkern rüberzubringen. Für Early Adopters genauso wie für Alltagsnutzer.

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