Die Energieeffizienzklasse A gilt bei Haushaltsgeräten bereits als sehr sparsam. LG will sich damit offenbar nicht zufriedengeben. Auf der IFA 2026 hat der Hersteller neue Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke und Geschirrspüler gezeigt, die laut eigenen Angaben teilweise deutlich über die Anforderungen der Klasse A hinausgehen.
Interessant ist dabei weniger das einzelne Spitzenmodell. LG bringt Technologien aus seinen höher positionierten Geräten zunehmend auch in weitere Baureihen. Damit könnten sparsamere Haushaltsgeräte für mehr Käufer interessant werden.
LG X9 Waschmaschine soll Klasse A deutlich übertreffen
Bei der Wäschepflege fällt vor allem die neue Waschmaschine der X9-Serie auf. Sie soll die Anforderungen der Energieeffizienzklasse A laut LG um bis zu 70 Prozent übertreffen.
Ein neuer Waschtrockner erreicht im Programm „Nur Waschen“ laut Hersteller einen Wert, der bis zu 30 Prozent über den Anforderungen der Klasse A liegt. Beim vollständigen Wasch- und Trockengang nennt LG bis zu 10 Prozent.
Das sind auf dem Papier auffällige Werte. Wie hoch der tatsächliche Verbrauch in Kilowattstunden ausfällt, hängt natürlich von Programm, Beladung und Nutzung ab.
Technisch setzt LG unter anderem auf seinen Direct Drive Motor und eine Inverter-Steuerung. Dabei werden Drehzahl und Motorleistung während des Waschvorgangs angepasst.
Bei den Trocknern kommt die Dual Inverter Heat Pump zum Einsatz. Die Wärmepumpentechnik nutzt einen Teil der beim Trocknen entstehenden Wärme erneut, statt sie einfach abzugeben. Das soll den Stromverbrauch reduzieren.
LG erweitert diese Technik nun auch auf weitere Modelle. Ein Trockner mit Energieeffizienzklasse A ist bereits erhältlich.
Kühlschränke sollen bis zu 35 Prozent über Klasse A liegen
Auch bei Kühlgeräten erweitert LG sein Angebot in der höchsten Effizienzklasse.
Neue Kühl-Gefrierkombinationen sollen die Anforderungen der Klasse A um bis zu 35 Prozent übertreffen. Dazu kommen Side-by-Side- und French-Door-Kühlschränke mit Energieeffizienzklasse A.
Gerade bei Kühlschränken lohnt sich ein niedriger Verbrauch, weil die Geräte rund um die Uhr laufen. Schon kleinere Unterschiede können sich über mehrere Jahre bemerkbar machen.
LG arbeitet dafür an mehreren Stellen gleichzeitig. Dazu gehören eine angepasste Kühlsteuerung, bessere Isolation, optimierte Wärmetauscher und effizientere Motoren.
AI Saving Mode lernt drei Wochen lang die Nutzung
Bei neueren Kühlschränken setzt LG zusätzlich auf einen AI Saving Mode.
Das System analysiert laut Hersteller die Nutzung über einen Zeitraum von drei Wochen. Anschließend passt es die Kühlleistung an und soll den Energieverbrauch reduzieren, wenn der Kühlschrank weniger stark genutzt wird.
Die Idee ist nachvollziehbar. Ein Kühlschrank muss nicht zu jedem Zeitpunkt mit identischer Leistung arbeiten. Wenn das System typische Nutzungszeiten erkennt, kann die Kühlung entsprechend angepasst werden.
Wie groß der Vorteil im Alltag tatsächlich ausfällt, nennt LG in der vorliegenden Ankündigung allerdings nicht.
Fast alle neuen LG Geschirrspüler erreichen Klasse A
Auch bei den Geschirrspülern rückt Klasse A stärker in den Mittelpunkt. Fast die gesamte neue Modellreihe erreicht laut LG die höchste Energieeffizienzklasse.
Dafür setzt der Hersteller auf eine kompaktere Antriebseinheit. Sie soll weniger Wasser benötigen. Weniger Wasser bedeutet zugleich, dass weniger Energie zum Aufheizen erforderlich ist. Ein überarbeiteter Inverter-Motor ergänzt das System.
Bei ausgewählten Modellen kommt Hybrid Air Dry hinzu. Eine stärkere Luftzirkulation soll die Trocknung beschleunigen und den Energieverbrauch senken. LG spricht von Einsparungen, die bis zu 30 Prozent über den Anforderungen der Klasse A liegen.
AI SenseClean passt das Spülprogramm an
Mit AI SenseClean will LG auch verhindern, dass bei leicht verschmutztem Geschirr unnötig viel Wasser und Energie verbraucht wird.
Das System berücksichtigt dafür bis zu 32 Variablen und erstellt daraus ein angepasstes Spülprogramm. Unter anderem sollen Temperatur und Laufzeit verändert werden.
Damit verfolgt LG einen sinnvollen Ansatz. Ein fast sauberer Teller braucht schließlich nicht zwangsläufig dasselbe Programm wie stark verschmutzte Töpfe.
Ob die Automatik im Alltag zuverlässig erkennt, wie intensiv eine Beladung gereinigt werden muss, lässt sich anhand der technischen Beschreibung noch nicht bewerten.
Was bedeutet „70 Prozent besser als Klasse A“?
Bei den Prozentangaben sollte man genau hinschauen. LG bezieht sich auf die jeweiligen Grenzwerte der Energieeffizienzklasse A gemäß der entsprechenden EU-Verordnung.
Eine Angabe wie „70 Prozent über Klasse A“ bedeutet daher nicht automatisch, dass die Stromrechnung um 70 Prozent niedriger ausfällt als bei irgendeinem anderen Gerät der Klasse A.
Für einen echten Vergleich sind der konkrete Energieverbrauch des jeweiligen Modells und das eigene Nutzungsverhalten wichtiger.
PixelFlow-Einordnung
Die spannendste Entwicklung ist für mich weniger ein einzelnes Gerät als die Richtung, in die sich das LG-Portfolio bewegt. Klasse A wird zunehmend zur Ausgangsbasis und nicht mehr zum besonderen Merkmal eines einzelnen Spitzenmodells.
Gerade bei Kühlschränken, Waschmaschinen und Geschirrspülern kann das relevant sein, weil diese Geräte viele Jahre genutzt werden. Ein niedrigerer Verbrauch macht sich deshalb nicht nur auf dem Energielabel gut.
Interessant sind auch Funktionen wie AI Saving Mode und AI SenseClean. Hier muss sich allerdings erst zeigen, wie viel Energie die intelligenten Programme unter realen Bedingungen tatsächlich einsparen.
Wer ein neues Haushaltsgerät sucht, sollte deshalb weiterhin auf den konkreten Jahresverbrauch und nicht allein auf die Energieeffizienzklasse schauen. Die neuen LG-Modelle zeigen aber, dass selbst innerhalb der Klasse A noch deutliche Unterschiede möglich sind.