Externe SSDs sind schnell, aber am Smartphone oft unpraktisch. Kabel hängen herum, das Laufwerk muss irgendwo verstaut werden und beim Filmen wird das Setup schnell sperrig. Lexar setzt bei der neuen Muse Ultra-Slim Portable SSD deshalb auf ein extrem flaches Gehäuse, Magnetbefestigung und einen eigenen magnetischen Datenanschluss.
Nur 3,8 Millimeter an der dicksten Stelle
Die Lexar Muse fällt vor allem durch ihre Bauform auf. Das Unibody-Metallgehäuse misst an der dicksten Stelle lediglich 3,8 Millimeter und verjüngt sich am Rand auf einen Millimeter.
Lexar bezeichnet sie damit als weltweit dünnste tragbare SSD. Möglich wird die geringe Bauhöhe laut Hersteller durch eine besonders flache Leiterplattenarchitektur, dicht gestapelten NAND-Speicher und eine entsprechend angepasste interne Konstruktion.
Für den Alltag könnte das interessanter sein als irgendein Designrekord. Gerade beim Einsatz mit dem Smartphone zählt jeder Millimeter, weil externe Speicher beim Filmen sonst schnell stören.
Magnetischer PogoPin-Anschluss statt normalem USB-C-Port
Ungewöhnlich ist auch der Anschluss. Lexar verbaut keinen klassischen USB-C-Port direkt am Gehäuse, sondern einen eigenen magnetischen PogoPin-Anschluss.
Das mitgelieferte SnapLink-Kabel dockt magnetisch an der SSD an und führt auf der anderen Seite zu USB-C. N52-Neodym-Magnete sollen für die korrekte Ausrichtung und einen sicheren Halt sorgen.
Eine magnetische Hülle ermöglicht zugleich die Befestigung an der Rückseite kompatibler MagSafe-iPhones.
Das dürfte beim mobilen Filmen der größte Vorteil des Konzepts sein. SSD und Smartphone bilden eine kompakte Einheit, statt über ein langes Kabel miteinander verbunden zu sein.
Bis zu 1.050 MB/s Lesegeschwindigkeit
Bei der Geschwindigkeit bewegt sich die Muse im Bereich aktueller externer USB-SSDs.
| Merkmal | Lexar Muse Ultra-Slim Portable SSD |
|---|---|
| Maximale Lesegeschwindigkeit | bis 1.050 MB/s |
| Maximale Schreibgeschwindigkeit | bis 1.000 MB/s |
| Dicke | 3,8 mm, am Rand bis 1 mm |
| Kapazitäten | 512 GB, 1 TB |
| Verbindung | magnetischer PogoPin-Anschluss mit SnapLink-Kabel |
| Geräte | iPhone, iPad, Mac und weitere USB-C-Geräte |
| Video | externe 4K-ProRes-Aufnahmen mit bis zu 120 fps |
| Marktstart | 4. Quartal 2026 |
Bis zu 1.050 MB/s beim Lesen und 1.000 MB/s beim Schreiben reichen laut Lexar auch für direkte externe Videoaufnahmen.
Auf kompatiblen iPhone-Modellen unterstützt die SSD Apple ProRes in 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Genau hier ergibt die magnetische Konstruktion am meisten Sinn. Die SSD lässt sich während der Aufnahme direkt am Smartphone befestigen und muss nicht separat gehalten oder verstaut werden.
512 GB und 1 TB zum Start
Lexar plant die Muse zunächst mit 512 GB und 1 TB. Der Verkaufsstart ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Preise nennt der Hersteller in der vorliegenden Ankündigung noch nicht. Gerade die dürften aber darüber entscheiden, wie interessant die Muse gegenüber klassischen externen SSDs wird.
Denn technisch sind rund 1.000 MB/s heute nichts Ungewöhnliches. Das eigentliche Kaufargument liegt bei der Muse im flachen Aufbau und der magnetischen Integration.
Lexar arbeitet auch an Speicher für lokale KI
Auf der IFA zeigt Lexar zugleich, wie sich der Hersteller den Speicherbedarf kommender KI-PCs vorstellt.
Der sogenannte AI Storage Core kombiniert neue Hardware mit einer Softwareebene namens Luma Bridge. Dazu zeigt Lexar eine neue Gen5-SSD und einen Gen5-Speicher-Stick mit bis zu 11 GB/s Bandbreite.
Ziel sind vor allem lokale KI-Anwendungen mit großen Modellen. Lexar nennt dabei schnellere Modellwechsel, kürzere Zugriffszeiten und einen geringeren Bedarf an Arbeitsspeicher.
Luma Bridge soll Workloads planen, Daten vorausschauend laden und den Cache verwalten. Bei großen Mixture-of-Experts-Modellen und KV-Caches soll sich der benötigte DRAM laut Lexar dadurch um etwa 40 Prozent reduzieren lassen.
Das sind allerdings noch Herstellerangaben. Wie groß der Vorteil bei realen lokalen KI-Modellen ausfällt, lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Auch Elektroautos brauchen immer mehr Speicher
Ein weiterer Bereich ist Automotive Storage. Elektrofahrzeuge erzeugen durch Dashcams, mehrere Kameras und Wächterfunktionen zunehmend große Datenmengen.
Lexar zeigt dafür eine eigene USB-Stick-Serie, die auf kontinuierliche Loop-Aufzeichnungen ausgelegt ist. Der Hersteller nennt eine auf Dauerbetrieb ausgelegte Firmware, kompakte Gehäuse und den Einsatz bei unterschiedlichen Temperaturen.
Damit erweitert Lexar sein Geschäft zunehmend über klassische Speicherkarten und SSDs für Endkunden hinaus.
PixelFlow-Einordnung
Die Muse ist für mich das interessanteste Produkt aus Lexars IFA-Auftritt. Nicht wegen der maximalen Geschwindigkeit, denn rund 1.000 MB/s liefern viele externe SSDs. Interessant ist die Kombination aus nur 3,8 Millimetern Bauhöhe, Magnetbefestigung und direkter Nutzung für ProRes-Aufnahmen am iPhone.
Ob sich das Konzept durchsetzt, hängt stark vom Preis und vom SnapLink-Anschluss ab. Ein proprietärer Magnetanschluss ist komfortabel, bindet den Nutzer aber auch stärker an das mitgelieferte Kabel.
Für Smartphone-Filmer und Content Creator könnte die Muse trotzdem eine ziemlich praktische Lösung werden. Mit 512 GB und 1 TB soll sie im vierten Quartal 2026 erscheinen. Einen Preis hat Lexar bislang nicht genannt.