Schlüssel, PIN oder Smartphone sind längst nicht mehr die einzigen Möglichkeiten, eine Haustür oder ein Gartentor zu öffnen. Mit der EZVIZ HP7 Pro kommt eine Video-Türsprechanlage, die den Zugang über Handvenenerkennung und Gesichtserkennung freigeben kann. Dazu gibt es eine 4K-Kamera, ein 8-Zoll-Touchdisplay und eine klassische Zwei-Draht-Installation.
Das klingt zunächst nach sehr viel Technik für eine Gegensprechanlage. Gerade bei größeren Häusern oder Grundstücken mit separatem Eingang kann die Kombination aber sinnvoll sein. Interessant ist vor allem, wie viele Möglichkeiten EZVIZ für den Zugang zusammenführt.
Handvenenerkennung statt Schlüssel oder Fingerabdruck
Die auffälligste Funktion der HP7 Pro ist die Handvenenerkennung. Dabei untersucht das System nicht die Oberfläche der Hand, sondern das individuelle Muster der darunterliegenden Blutgefäße.
Zum Öffnen reicht laut EZVIZ eine kurze Bewegung der Hand vor dem Sensor. Ein direkter Kontakt ist nicht notwendig.
Das hat gegenüber einem Fingerabdrucksensor einen praktischen Vorteil. Verschmutzte oder feuchte Finger spielen keine so große Rolle, weil nicht die Oberfläche der Haut ausgelesen wird.
Ob die Erkennung bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen, Handschuhen oder sehr schnellen Bewegungen zuverlässig funktioniert, müsste allerdings ein Praxistest zeigen.
EZVIZ kombiniert die Venenerkennung mit mehreren weiteren Zugangsmöglichkeiten:
- Gesichtserkennung
- Passwort beziehungsweise PIN
- RFID-Karte
- Steuerung über die EZVIZ App
- QR-Codes für Gäste
- Handvenenerkennung
Damit muss sich ein Haushalt nicht auf eine einzige Methode festlegen. Kinder können beispielsweise eine Karte verwenden, Erwachsene den Handvenenscan und Besucher einen temporären QR-Code.
Gesichtserkennung ist ebenfalls integriert
Neben der Handfläche kann die HP7 Pro auch Gesichter erkennen.
Das ist vor allem dann interessant, wenn du möglichst wenig mit der Außenstation interagieren möchtest. Im Idealfall erkennt das System eine berechtigte Person und gibt den Zugang direkt frei.
Die Kombination aus Handvenen- und Gesichtserkennung macht die HP7 Pro flexibler als eine klassische Türsprechanlage mit PIN-Feld.
Allerdings gilt auch hier: Die technische Ausstattung allein sagt noch nichts darüber aus, wie zuverlässig die Erkennung im Alltag arbeitet. Gegenlicht, Dunkelheit, unterschiedliche Blickwinkel oder eine Kopfbedeckung können Gesichtserkennung vor Herausforderungen stellen.
4K-Kamera soll mehr Details am Eingang zeigen
Für das Videobild setzt EZVIZ auf eine 4K-Ultra-HD-Kamera.
Gerade bei einer Video-Türsprechanlage kann die höhere Auflösung sinnvoll sein. Du möchtest nicht nur erkennen, dass jemand vor dem Tor steht, sondern im Zweifel auch Details im Gesicht oder im Hintergrund sehen.
EZVIZ kombiniert die Kamera mit einer großen Blendenöffnung, WDR und einer Korrektur optischer Verzerrungen.
WDR soll starke Helligkeitsunterschiede ausgleichen. Das kann an Hauseingängen relevant sein, wenn eine Person im Schatten steht und der Hintergrund deutlich heller ist.
Die Verzerrungskorrektur soll wiederum dafür sorgen, dass ein großes Sichtfeld nicht zu stark gekrümmt erscheint.
Farb-Nachtsicht statt klassischem Schwarz-Weiß-Bild
Nachts setzt die HP7 Pro auf ColorFULL Night Vision. Das System soll auch bei wenig Licht Farbinformationen liefern.
Das kann bei Sicherheitsaufnahmen hilfreich sein. Farben von Kleidung, Fahrzeugen oder Gegenständen lassen sich so leichter unterscheiden als in einer reinen Schwarz-Weiß-Aufnahme.
Wie viel Restlicht dafür tatsächlich nötig ist, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
Hier wäre ein Vergleich zwischen normaler Straßenbeleuchtung, schwacher Gartenbeleuchtung und nahezu vollständiger Dunkelheit interessant.
Innen sitzt ein 8 Zoll großes Touchdisplay
Zur HP7 Pro gehört eine Innenstation mit 8 Zoll großem Touchscreen.
Das Display dient nicht nur zum Anzeigen des Kamerabildes. Darüber lassen sich auch Zugänge verwalten, Aktivitäten prüfen und weitere kompatible EZVIZ-Geräte steuern.
Damit übernimmt die Innenstation teilweise die Rolle einer Smart-Home-Zentrale.
Für den Alltag bedeutet das: Du musst nicht zwingend jedes Mal das Smartphone herausholen, wenn jemand klingelt. Das Kamerabild und die wichtigsten Bedienelemente stehen direkt auf dem Display zur Verfügung.
Gerade in größeren Haushalten ist das angenehmer als eine reine App-Lösung.
Zwei-Wege-Kommunikation und Dual-Band-WLAN
Natürlich funktioniert die HP7 Pro auch als klassische Gegensprechanlage. Über Zwei-Wege-Audio kannst du mit der Person vor dem Eingang sprechen.
Die Produktunterlagen nennen zudem Dual-Band-WLAN mit 2,4 und 5 GHz.
Das kann gerade bei einer fest installierten Anlage hilfreich sein. 2,4 GHz bietet meist eine größere Reichweite, während 5 GHz bei guter Verbindung höhere Datenraten und häufig weniger Störungen ermöglicht.
Für Aufzeichnungen unterstützt die HP7 Pro laut EZVIZ microSD-Karten mit bis zu 512 GB sowie den CloudPlay-Dienst des Herstellers.
Damit ist lokale Speicherung grundsätzlich möglich.
Die Installation erfolgt über zwei Leitungen
Ein wichtiger Punkt ist die Zwei-Draht-Installation.
Das kann die HP7 Pro für Nutzer interessant machen, die bereits eine ältere kabelgebundene Türsprechanlage besitzen. Statt eine komplett neue Verkabelung durch das Gebäude zu ziehen, könnte vorhandene Infrastruktur weitergenutzt werden.
EZVIZ positioniert die HP7 Pro ausdrücklich als Ersatz für ältere und größere Gegensprechanlagen.
Wie einfach ein Austausch tatsächlich funktioniert, hängt aber stark vom bestehenden System ab. Spannung, Leitungsführung und vorhandene Komponenten müssen zur neuen Anlage passen.
Eine pauschale Aussage, dass sich jede alte Gegensprechanlage problemlos ersetzen lässt, wäre daher zu viel versprochen.
Die technischen Daten der EZVIZ HP7 Pro
| Merkmal | EZVIZ HP7 Pro |
|---|---|
| Produkttyp | Video-Türsprechanlage |
| Kamera | 4K Ultra HD |
| Zugang | Handvenenerkennung |
| Weitere biometrische Methode | Gesichtserkennung |
| Weitere Zugangsmöglichkeiten | PIN, RFID, App, Gäste-QR-Code |
| Innenstation | 8 Zoll Touchscreen |
| Kommunikation | Zwei-Wege-Audio |
| Nachtsicht | ColorFULL Night Vision |
| Bildoptimierung | WDR, Verzerrungskorrektur |
| WLAN | 2,4 und 5 GHz |
| Speicher | microSD bis 512 GB, CloudPlay |
| Installation | 2-Draht |
| Außeneinheit | wetterfest |
Die Daten basieren auf den vorliegenden Produktunterlagen von EZVIZ.
Was an der HP7 Pro interessant klingt
Die biometrischen Zugangsmethoden sind natürlich das auffälligste Merkmal. Für mich liegt der interessantere Punkt aber in der Kombination verschiedener Verfahren.
Ein Smart-Entry-System muss zu unterschiedlichen Personen passen. Nicht jedes Familienmitglied möchte eine App verwenden und nicht jeder Gast soll dauerhaft im System gespeichert werden.
Genau hier ergeben RFID-Karten, PIN, QR-Codes, Gesichtserkennung und Handvenenscan zusammen Sinn.
Auch die 4K-Kamera klingt auf dem Papier passend für eine Anlage, die gleichzeitig Zugangssystem und Sicherheitskamera sein soll.
Bei der Biometrie kommt es auf die Praxis an
Gerade bei einem Zugangssystem ist Zuverlässigkeit wichtiger als die reine Zahl der Funktionen.
Ein Venenscanner, der zehnmal problemlos arbeitet und beim elften Versuch mehrere Sekunden benötigt, wird im Alltag schnell lästig. Dasselbe gilt für die Gesichtserkennung.
Noch wichtiger ist das Verhalten bei Fehlern. Das System muss zuverlässig unterscheiden, wer Zugang erhält und wer nicht.
Die Technik klingt daher interessant, muss sich aber unter realen Bedingungen beweisen.
Für wen könnte sich die EZVIZ HP7 Pro lohnen?
Die HP7 Pro richtet sich vor allem an Einfamilienhäuser, größere Grundstücke und Eingänge mit Gartentor.
Wenn du bereits eine klassische Video-Gegensprechanlage nutzt und ein moderneres System mit App-Steuerung und mehreren Zugangsmöglichkeiten suchst, ist das Konzept interessant.
Auch Haushalte mit mehreren Personen könnten von den unterschiedlichen Entriegelungsmethoden profitieren.
Für eine einfache Wohnungstür wäre die HP7 Pro dagegen wahrscheinlich zu aufwendig. Hier reichen häufig ein klassisches Smart Lock oder ein digitaler Türspion.
Preis und Verfügbarkeit
Einen konkreten Preis für Deutschland nennt EZVIZ in der vorliegenden Pressemitteilung nicht. Auch einen verbindlichen deutschen Verkaufsstart nennt das Material nicht.
Für eine echte Bewertung ist der Preis aber wichtig. Die HP7 Pro tritt schließlich nicht nur gegen klassische Gegensprechanlagen an, sondern auch gegen getrennte Lösungen aus Videoklingel und Smart Lock.
PixelFlow-Einordnung
Die EZVIZ HP7 Pro verbindet 4K-Video, Gegensprechanlage und biometrische Zugangskontrolle in einem System. Gerade die Kombination aus Handvenenerkennung, Gesichtserkennung, RFID, PIN und Gäste-QR-Codes wirkt sinnvoll, weil sich unterschiedliche Zugangsarten innerhalb eines Haushalts abdecken lassen.
Spannend finde ich auch die Zwei-Draht-Installation. Wenn sich bestehende Verkabelungen tatsächlich unkompliziert weiterverwenden lassen, könnte das die Nachrüstung deutlich erleichtern.
Offen bleibt, wie schnell und zuverlässig die biometrische Erkennung im Alltag arbeitet.