tado° Smartes Thermostat X (2. Gen.): dünner, USB-C-Akku und neue KI-Funktionen

Smarte Heizungssteuerungen sollen vor allem eines erledigen: Energie sparen, ohne dass man ständig selbst nachregeln muss. tado° überarbeitet dafür sein Smartes Thermostat X und bringt mit der zweiten Generation ein deutlich flacheres Modell, einen wiederaufladbaren Akku und neue Software-Funktionen.

Das Smarte Thermostat X (2. Gen.) ist ab sofort erhältlich und bleibt mit den bestehenden Produkten der tado° X-Serie kompatibel.

Nur 17,8 Millimeter dick und mit neuem Lichtring

Die sichtbarste Änderung betrifft das Gehäuse. Mit einer Tiefe von 17,8 Millimetern fällt das neue Thermostat laut tado° etwa halb so dick aus wie viele vergleichbare Geräte.

Die Vorderseite bleibt bewusst schlicht. Dazu kommen ein LED-Display und ein neuer interaktiver Lichtring, der Rückmeldung bei der Bedienung direkt am Gerät gibt.

Neu ist auch eine frei belegbare Taste auf der Oberseite. Darüber lässt sich zum Beispiel:

  • die aktuelle Luftfeuchtigkeit anzeigen
  • die Heizung kurzfristig stärker aufdrehen
  • eine häufig verwendete Funktion direkt starten

Das klingt zunächst unspektakulär, dürfte im Alltag aber praktisch sein. Wer bislang für kleinere Änderungen jedes Mal die App öffnen musste, bekommt damit eine schnellere Möglichkeit direkt am Thermostat.

USB-C ersetzt die Einwegbatterien

Eine der sinnvollsten Änderungen steckt im Inneren. tado° verbaut jetzt einen wiederaufladbaren Akku, der über USB-C geladen wird.

Eine Ladung soll für mehr als ein Jahr reichen. Damit entfällt der regelmäßige Wechsel von Einwegbatterien.

Auch die Installation soll einfacher geworden sein. tado° integriert den gesamten Ablauf direkt in die Schritt-für-Schritt-Anleitung der App.

Unterstützt werden unter anderem:

  • Gasthermen
  • Wärmepumpen
  • Fußbodenheizungen

Matter und Thread bleiben ebenfalls an Bord. Damit lässt sich das Thermostat weiterhin in kompatible Smart-Home-Systeme einbinden.

AI Assist kostet weiterhin extra

Mit der zweiten Generation rückt tado° die Software stärker in den Mittelpunkt. Ein Teil davon steckt allerdings hinter dem kostenpflichtigen AI Assist.

Der Dienst kostet 3,99 Euro pro Monat oder 29,99 Euro pro Jahr. Er soll das Heizverhalten anhand der Eigenschaften des jeweiligen Zuhauses automatisch anpassen.

Zu den Funktionen gehören:

  • ortsabhängige Heizungssteuerung
  • Fenster-Offen-Erkennung
  • adaptives Heizen
  • Vorheizen vor der Ankunft

Der Ansatz ist nachvollziehbar. Eine smarte Heizung bringt wenig, wenn der Nutzer selbst ständig korrigieren muss. Fraglich bleibt allerdings, ob Kunden nach dem Kauf eines ohnehin nicht ganz günstigen Heizsystems noch ein zusätzliches Abo abschließen möchten.

Hydraulischer Abgleich jetzt TÜV-zertifiziert

Interessant wird AI Assist auch durch den hydraulischen Abgleich. In Verbindung mit dem Smarten Heizkörper-Thermostat X kann das System die Wärmeverteilung innerhalb der Heizungsanlage optimieren.

Diese Funktion ist laut tado° inzwischen vom TÜV Rheinland zertifiziert. Das Zertifikat lässt sich direkt über die App herunterladen und kann bei bestimmten staatlichen Förderprogrammen eine Rolle spielen.

Der hydraulische Abgleich lässt sich ebenfalls über AI Assist aufrufen.

tado° gibt an, dass Kunden mit den eigenen Systemen durchschnittlich 22 Prozent Heizkosten einsparen. Solche Werte sollte man allerdings nicht als garantierte Ersparnis verstehen. Gebäude, Dämmung, Heizsystem und bisheriges Heizverhalten beeinflussen das Ergebnis erheblich.

Mehrere Wohnungen endlich in einem Konto

Eine weitere Änderung betrifft Nutzer mit mehreren Immobilien. Über die tado° App lassen sich jetzt mehrere Wohnungen oder Büros unter einem Konto verwalten.

Das kann zum Beispiel bei Ferienwohnungen, vermieteten Wohnungen oder bei der Unterstützung von Angehörigen praktisch sein.

Interessant für langjährige Nutzer: tado° erlaubt dabei auch die gemeinsame Verwaltung von V3+ und X-Systemen innerhalb desselben Kontos.

Gerade diese Funktion hätte für meinen Geschmack schon früher kommen können. Wer mehrere Immobilien betreut, möchte nicht zwischen verschiedenen Accounts wechseln müssen.

Preise des tado° Smartes Thermostat X (2. Gen.)

tado° bietet die zweite Generation in mehreren Varianten an:

ProduktPreis
Verkabeltes Smartes Thermostat X (2. Gen.) Starter Kit179,99 €
Kabelloses Smartes Thermostat X (2. Gen.) Starter Kit199,99 €
Verkabeltes Smartes Thermostat X (2. Gen.)119,99 €
Funk-Temperatursensor X (2. Gen.)99,99 €

Die Geräte sind ab sofort im tado° Webshop sowie bei ausgewählten Händlern in Europa erhältlich.

Was gut klingt und wo tado° Geld verlangt

Hardwareseitig gefallen mir die Änderungen. Das flachere Gehäuse ist nett, der USB-C-Akku aber deutlich wichtiger. Batterien über Jahre hinweg immer wieder austauschen zu müssen, passt bei einem modernen Smart-Home-Gerät kaum noch ins Bild.

Auch die Unterstützung von Matter und Thread bleibt ein wichtiger Punkt, weil das System dadurch weniger stark auf ein einziges Smart-Home-Ökosystem festgelegt ist.

Bei AI Assist sehe ich das gemischter. Automatische Fenstererkennung und adaptives Heizen gehören genau zu den Funktionen, wegen denen man überhaupt in smarte Heizungssteuerung investiert. Dass dafür dauerhaft ein Abo anfällt, macht das Gesamtsystem teurer.

Für wen lohnt sich die zweite Generation?

Wer bereits tado° X nutzt und sein System erweitern möchte, bekommt mit der zweiten Generation eine unkomplizierte Ergänzung. Die Kompatibilität zu bestehenden X-Geräten bleibt erhalten.

Für Nutzer eines älteren V3+-Systems ist vor allem die neue Verwaltung mehrerer Systeme unter einem Konto interessant.

Wer lediglich ein einzelnes Thermostat fernsteuern möchte, bekommt allerdings deutlich günstigere Lösungen. Der Mehrwert von tado° liegt eher im Zusammenspiel mehrerer Räume, automatischer Heizsteuerung und der Integration in ein größeres Smart Home.

PixelFlow-Einordnung

tado° erfindet sein Heizsystem mit der zweiten Generation nicht neu. Das muss der Hersteller aber auch nicht.

Der USB-C-Akku, das dünnere Gehäuse und die verbesserte Bedienung beseitigen einige praktische Schwächen der bisherigen Hardware. Die Verwaltung mehrerer Immobilien ist ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung.

Der größte Kritikpunkt bleibt für mich AI Assist. 29,99 Euro im Jahr sind kein riesiger Betrag, doch einige der interessantesten Automatisierungen liegen damit weiterhin hinter einem Abo. Wer sich für das neue Thermostat entscheidet, sollte diese laufenden Kosten direkt mit einrechnen.

LarsStephan
LarsStephan
Ich bin Technik-Enthusiast, Digital-Nerd und kreativer Kopf hinter PixelFlow.eu – einem Online-Magazin, das Technik nicht nur erklärt, sondern erlebbar macht. Mit einem Gespür für Trends, einem Faible für smarte Lösungen wie Balkonkraftwerke und einem offenen Blick für alles, was sich durch Strom, Daten und Innovation antreiben lässt, schreibe ich unterhaltsam und journalistisch über das, was die Tech-Welt bewegt. Ob Produkttest, Event oder Branchen-Insight – mein Ziel ist es, Technik verständlich, relevant und mit einem Augenzwinkern rüberzubringen. Für Early Adopters genauso wie für Alltagsnutzer.

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