Wer unterwegs Filme oder Games auf einem wirklich großen Bild sehen möchte, landet schnell bei AR-Brillen. RayNeo baut genau dafür die neue GT-Serie aus. Die RayNeo GT und RayNeo GT Max setzen auf Micro-OLED-Displays, 120 Hz, integriertes 3DoF-Tracking und räumlichen Klang. Bei der GT Max wächst das virtuelle Bild laut Hersteller auf bis zu 307 Zoll.
Der Verkaufsstart ist für den 4. September 2026 vorgesehen. RayNeo richtet beide Modelle ausdrücklich an Filmfans, Gamer und Vielreisende, die unterwegs ein großes privates Display nutzen möchten.
RayNeo GT und GT Max im Vergleich
| Merkmal | RayNeo GT | RayNeo GT Max |
|---|---|---|
| Gewicht | 68 g | 78 g |
| Sichtfeld | 46° | 59° |
| Virtuelle Bildgrößen | 136, 201 oder 231 Zoll | 227, 267 oder 307 Zoll |
| Display | Dual 0,6 Zoll Micro-OLED | Dual 0,6 Zoll Micro-OLED |
| Auflösung | 1080p pro Auge | 1080p pro Auge |
| Helligkeit | bis 1.200 Nits | bis 1.200 Nits |
| Bildwiederholrate | bis 120 Hz bei 2D | bis 120 Hz bei 2D |
| Prozessoren | Vision 4000 + Zone 360 | Vision 4000 + Zone 360 |
| 3DoF-Tracking | Ja | Ja |
| Dolby Vision | mit Pocket TV Pro | mit Pocket TV Pro |
| Audio | B&O abgestimmte Quad-Lautsprecher | B&O abgestimmte Quad-Lautsprecher |
| IPD-Anpassung | eine universelle Größe | S, M und L |
| Listenpreis laut Specs | 329 US-Dollar | 429 US-Dollar |
| Launch-Preis laut Specs | 299 US-Dollar | 399 US-Dollar |
Die technischen Daten stammen aus dem RayNeo Media Kit. Dort nennt der Hersteller für beide Modelle Dual-Micro-OLEDs mit 1080p pro Auge, bis zu 1.200 Nits und 120 Hz.







Die GT Max wächst auf bis zu 307 Zoll
Der größte Unterschied zwischen GT und GT Max steckt im Sichtfeld. Die normale GT erreicht 46 Grad, die GT Max kommt auf 59 Grad. Dadurch kann die virtuelle Leinwand bei der Max deutlich größer ausfallen.
Bei der GT stehen drei Größen mit 136, 201 und 231 Zoll zur Wahl. Die GT Max bietet 227, 267 und 307 Zoll. RayNeo verändert dafür die Darstellung in drei Stufen mit 85, 100 und 115 Prozent.
Natürlich steht hier keine echte 307-Zoll-Leinwand vor dir. Entscheidend für den Eindruck ist der virtuelle Betrachtungsabstand. Trotzdem zeigt die Zahl, wohin RayNeo mit der GT Max will: Sie soll möglichst wenig nach kleiner Display-Brille und möglichst stark nach persönlicher Kinoleinwand wirken.
Das breitere Sichtfeld ist dabei wohl der spannendste Unterschied zur normalen GT. RayNeo selbst nennt für gängige AR-Display-Brillen einen Bereich von etwa 45 bis 52 Grad und positioniert die 59 Grad der GT Max klar darüber.
Micro-OLED mit 120 Hz und hoher Farbraumabdeckung
Bei der GT Max setzt RayNeo auf die Peacock Optical Engine 3.0 Max. Dahinter arbeiten Micro-OLED-Panels der 5,5. Generation. Der Hersteller nennt 1.200 Nits wahrgenommene Helligkeit, 98 Prozent DCI-P3, ein Kontrastverhältnis von 200.000:1 sowie 38 Pixel pro Grad.
Die Bildwiederholrate liegt bei bis zu 120 Hz. Gerade für Gaming ist das interessanter als ein auf 60 Hz begrenztes Display. Ob Bewegungsdarstellung, Latenz und Schärfe im Alltag tatsächlich überzeugen, lässt sich aus dem Datenblatt allerdings nicht ableiten.
Beide Modelle verwenden zwei 0,6 Zoll große Micro-OLED-Panels mit 1080p pro Auge.
Zwei Chips kümmern sich um Bild und Bewegung
RayNeo verbaut eine Dual-Chip-Lösung. Der gemeinsam mit Pixelworks entwickelte Vision 4000 übernimmt Bildverarbeitung, Kontrast, Weißabgleich und die Umwandlung von SDR-Material in HDR.
Der zweite Chip heißt Zone 360 und kümmert sich um das 3DoF-Tracking. Die Brille erkennt damit Kopfbewegungen ohne zusätzlichen externen Prozessor.
Drei Darstellungsmodi stehen bereit. Im Steady Mode versucht die Brille Bewegungen während Zugfahrten oder Flügen auszugleichen. Der Pinned Mode hält die virtuelle Leinwand an einer festen Position im Raum. Im Follow Mode bewegt sich das Bild mit dem Kopf.
Das Tracking läuft direkt in der Brille. Laut RayNeo reicht deshalb eine USB-C-Verbindung zu Smartphone, Konsole oder Notebook.
Dolby Vision braucht den Pocket TV Pro
Dolby Vision gehört zu den auffälligsten Funktionen der GT-Serie, funktioniert aber nicht völlig unabhängig. Dafür muss die Brille mit dem RayNeo Pocket TV Pro in der Dolby-Vision-Version gekoppelt werden.
In dieser Kombination unterstützt die GT-Serie laut Hersteller natives Dolby Vision. Eine SDR-zu-HDR-Konvertierung ist ebenfalls vorgesehen.
Das ist eine wichtige Einschränkung. Wer nur GT oder GT Max kauft und direkt per USB-C am Notebook oder Smartphone nutzt, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass Dolby Vision in jeder Konstellation verfügbar ist.
Bang & Olufsen kümmert sich um den Klang
Für den Ton verbaut RayNeo vier Lautsprecher. Die Abstimmung entstand gemeinsam mit Bang & Olufsen. Bei der GT spricht RayNeo von fünf Dezibel mehr Empfindlichkeit im mittleren und unteren Frequenzbereich, bei der GT Max von fünf Dezibel mehr im Bassbereich.
Das Zone-360-System passt den räumlichen Klang an die Kopfposition an. Ein sogenannter Whisper Mode soll die Schallabgabe nach außen reduzieren. RayNeo nennt hier eine Verringerung um bis zu 80 Prozent.
Gerade in Bahn oder Flugzeug klingt das sinnvoll. Wie viel die Umgebung tatsächlich hört und ob man bei höherer Lautstärke auf Kopfhörer verzichten kann, müsste ein Praxistest zeigen.
Drei Größen sollen das Schärfeproblem der GT Max lösen
Die GT Max gibt es in drei physischen Größen. RayNeo orientiert sich dabei am Augenabstand, also der IPD:
- Größe S: unter 64 mm
- Größe M: 64 bis 67 mm
- Größe L: über 67 mm
Bei der normalen GT gibt es dagegen eine universelle Größe.
Der Ansatz ist nachvollziehbar. Wenn die optischen Zentren nicht sauber vor den Pupillen sitzen, können Unschärfen an den Bildrändern entstehen. RayNeo möchte das bei der GT Max über unterschiedliche Rahmen statt über reine Softwarekorrektur lösen.
Auch Nutzer mit Sehstärke berücksichtigt RayNeo. Für beide Modelle sollen passende Einsätze mit Korrekturgläsern erhältlich sein.
Preise sorgen in den Unterlagen für Verwirrung
Beim Preis widerspricht sich das Media Kit selbst. Auf der ersten Seite steht, dass die Preise für GT und GT Max erst am 4. September bekanntgegeben werden sollen.
In der technischen Vergleichstabelle stehen dagegen bereits konkrete Beträge:
- RayNeo GT: 329 US-Dollar regulär, 299 US-Dollar zum Start
- RayNeo GT Max: 429 US-Dollar regulär, 399 US-Dollar zum Start
Diese Werte nennt RayNeo direkt im gleichen Media Kit.
Bis RayNeo die Preise offiziell zum Verkaufsstart bestätigt, würde ich sie deshalb noch mit Vorbehalt betrachten. Europreise nennt das vorliegende Dokument nicht.
Für wen lohnt sich die RayNeo GT Serie?
Die RayNeo GT dürfte vor allem interessant sein, wenn du eine vergleichsweise leichte Display-Brille für Filme, Gaming und Reisen suchst und mit 46 Grad Sichtfeld auskommst. Mit 68 Gramm bleibt sie zehn Gramm leichter als die Max.
Die GT Max richtet sich klar an Nutzer, denen ein möglichst großes Sichtfeld wichtiger ist. Die 59 Grad, bis zu 307 Zoll virtuelle Bildgröße und drei IPD-Versionen machen sie technisch zur interessanteren Variante.
Wer Dolby Vision als Hauptargument sieht, sollte allerdings den zusätzlichen Pocket TV Pro einkalkulieren.
PixelFlow-Einordnung
Die GT Max ist für mich das spannendere Modell der beiden. Nicht wegen der 307-Zoll-Zahl allein, sondern wegen des 59-Grad-Sichtfelds, der drei IPD-Größen und des integrierten 3DoF-Trackings.
Auch 120 Hz, Micro-OLED und die Trennung von Bildverarbeitung und Tracking auf zwei Chips klingen auf dem Papier schlüssig. Ob daraus tatsächlich ein überzeugendes mobiles Kino wird, hängt aber stark von Komfort, Bildschärfe, Latenz und der Qualität der Lautsprecher ab.
Bei einem möglichen Launch-Preis von 399 US-Dollar könnte die GT Max interessant werden. Genau diesen Preis sollte RayNeo angesichts der widersprüchlichen Angaben im eigenen Media Kit zum Verkaufsstart aber noch einmal offiziell bestätigen.