TCL A400 Pro NXTVISION: Art-TV mit Mini LED ab 699 Euro

Art-TVs sehen an der Wand oft schick aus, bei der Bildtechnik müssen Käufer aber häufig Kompromisse eingehen. TCL will genau das mit der neuen A400-Serie ändern. Das Spitzenmodell A400 Pro NXTVISION kombiniert ein mattes Display und wechselbare Rahmen mit QD-Mini LED, bis zu 144 Hz und Google TV.

Ein Fernseher, der weniger nach Fernseher aussehen soll

Der A400 Pro NXTVISION richtet sich an Nutzer, die keinen großen schwarzen Bildschirm als Mittelpunkt des Wohnzimmers möchten. Sein flaches Unibody-Gehäuse misst 39,9 Millimeter und kommt ohne separate Anschlussbox aus. Dadurch kann der Fernseher nahezu bündig an der Wand hängen.

Verschiedene Rahmenvarianten sollen den Bildschirm optisch an Möbel und Wandgestaltung anpassen. TCL nennt unter anderem eine helle Ausführung in Walnussholzoptik. Der Rahmen gehört damit stärker zum Gestaltungskonzept als bei klassischen Fernsehern.

Im Art Gallery Mode zeigt der A400 Pro Kunstwerke, persönliche Bilder und KI-generierte Motive an. Einige Kunstwerke sind bereits kostenlos vorinstalliert. Ein zusätzliches Kunst-Abo ist laut TCL nicht erforderlich.

Das klingt praktisch, weil gerade laufende Gebühren bei vergleichbaren Kunstmodi schnell nerven können. Der Stromverbrauch im dauerhaften Kunstbetrieb bleibt allerdings offen.

QD-Mini LED mit bis zu 448 Dimming-Zonen

Beim Display setzt TCL auf eine Kombination aus Quantum Dots, Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung und einem HVA-Panel. Die Hintergrundbeleuchtung lässt sich laut Hersteller in bis zu 448 Zonen getrennt steuern.

Das heißt für dich: Dunkle und helle Bildbereiche können präziser voneinander getrennt werden als bei einem einfachen QLED-TV ohne lokales Dimming. Wie sauber das in dunklen Filmszenen funktioniert, hängt jedoch stark von der Abstimmung der Zonen ab.

Die wichtigsten Bilddaten des A400 Pro:

  • 4K-Auflösung
  • Bis zu 144 Hz native Bildwiederholrate
  • Bis zu 288 Hz im DLG- beziehungsweise Game-Accelerator-Modus
  • Bis zu 448 lokale Dimming-Zonen
  • Matte HVA-Bildschirmoberfläche
  • Dolby Vision
  • Automatische Anpassung über einen Helligkeitssensor
  • TCL TSR AiPQ-Prozessor

Die matte Oberfläche dürfte in hellen Räumen einen spürbaren Vorteil bringen. Lampen, Fenster und andere Lichtquellen sollten sich weniger stark spiegeln als auf glänzenden Displays. Ganz ohne Reflexionen wird aber auch dieses Panel nicht auskommen.

Bei der Helligkeit nennt TCL einen Wert von mehr als 400 cd/m². Für einen Mini-LED-TV wirkt das eher zurückhaltend. HDR-Inhalte können damit besser aussehen als auf einfachen Einsteigergeräten, besonders intensive Lichtspitzen sollte man aber nicht automatisch erwarten.

Gaming mit 144 Hz, aber 288 Hz nicht in voller 4K-Auflösung

Die native Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz macht den A400 Pro auch für aktuelle Konsolen und Gaming-PCs interessant. Schnelle Kamerabewegungen können dadurch flüssiger erscheinen, sofern die angeschlossene Quelle entsprechend hohe Bildraten liefert.

Der beworbene 288-Hz-Modus benötigt eine genauere Einordnung. Solche DLG-Modi arbeiten üblicherweise mit einer reduzierten vertikalen Auflösung. Echtes 4K mit 288 Hz sollte man daher nicht erwarten. TCL nennt in der Mitteilung keine genaue Auflösung für diesen Modus.

Für Konsolenspieler sind 120 beziehungsweise 144 Hz ohnehin relevanter. Ob alle Größen dieselbe Anschlussausstattung und Gaming-Funktionen bieten, sollte vor dem Kauf geprüft werden.

ONKYO-Sound und Google TV mit Gemini

Für den Ton integriert TCL ein ONKYO-2.0-System. Unterstützt werden Dolby Audio, Dolby Atmos, DTS:X und DTS Virtual:X. Ein echtes räumliches Lautsprechersystem ersetzt diese Ausstattung nicht, für Nachrichten, Serien und normales Fernsehen könnte sie jedoch ausreichen.

Google TV übernimmt die Smart-TV-Oberfläche. Damit stehen bekannte Streaming-Apps, persönliche Empfehlungen und Sprachsteuerung bereit. TCL nennt neben Google Assistant auch Google Gemini. Kompatible Smart-Home-Geräte lassen sich ebenfalls über den Fernseher steuern.

A400U und A400 ergänzen die Serie

Der A400 Pro ist nicht das technisch stärkste Modell der neuen Familie. Der A400U Premium Wallpaper TV bietet laut TCL bis zu 1.344 Dimming-Zonen und eine HDR-Spitzenhelligkeit von bis zu 2.500 Nits. Sein Gehäuse ist mit 44,5 Millimetern etwas dicker.

Der normale A400 verzichtet auf Mini LED und nutzt klassische QLED-Technik. Er behält den Art Gallery Mode, das flache Design und Google TV, kostet aber deutlich weniger.

Damit gliedert TCL die Serie in drei Stufen:

  • A400 Pro: Art-TV mit QD-Mini LED, 144 Hz und wechselbaren Rahmen
  • A400U: flacher Wallpaper-TV mit stärkerer Mini-LED-Ausstattung
  • A400: günstigeres QLED-Modell ohne Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung

Preise und Verfügbarkeit

Die A400-Serie ist ab sofort bei ausgewählten Händlern erhältlich. Euronics führt den A400 und A400 Pro, Expert den A400U und Medimax den A400.

Der A400 Pro startet bei 699 Euro für 32 Zoll. Das 55-Zoll-Modell kostet 999 Euro, 65 Zoll liegen bei 1.299 Euro. Für 98 Zoll verlangt TCL 2.799 Euro.

Der A400U beginnt bei 799 Euro für 55 Zoll. Der klassische A400 startet bei 599 Euro in derselben Größe und kostet in 98 Zoll 1.999 Euro.

Was gut klingt und was offenbleibt

TCL bringt mit dem A400 Pro eine interessante Mischung aus Wohnraumdesign und Gaming-Ausstattung nach Deutschland. Das matte Panel, 144 Hz und Mini LED passen auf dem Papier besser zusammen als bei vielen reinen Design-Fernsehern.

Die Helligkeitsangabe von knapp über 400 cd/m² bremst die Erwartungen an die HDR-Darstellung. Auch die Unterschiede zwischen A400 Pro und A400U wirken erklärungsbedürftig. Der A400U besitzt deutlich mehr Dimming-Zonen und eine viel höhere Spitzenhelligkeit, obwohl einige Größen ähnlich viel oder sogar weniger kosten.

Vor dem Kauf sollte man daher nicht nur auf den Namenszusatz „Pro“ achten. Je nach Bildschirmgröße und Einsatzzweck könnte der A400U technisch die attraktivere Wahl sein.

Für wen lohnt sich der TCL A400 Pro?

Der A400 Pro passt zu dir, wenn der Fernseher möglichst unauffällig an der Wand hängen soll, du aber nicht auf Mini LED und hohe Bildraten verzichten möchtest. Auch für helle Wohnzimmer kann die matte Oberfläche interessant sein.

Wer vor allem die stärkste HDR-Darstellung sucht, sollte den A400U genauer vergleichen. Der günstigere A400 reicht dagegen aus, wenn das Design und der Kunstmodus wichtiger sind als Local Dimming und sehr hohe Bildraten.

Fazit

Der TCL A400 Pro NXTVISION verbindet das Konzept eines Bilderrahmen-Fernsehers mit einer deutlich moderneren Gaming-Ausstattung. Besonders die Kombination aus mattem Panel, QD-Mini LED und bis zu 144 Hz hebt ihn von einfachen Design-TVs ab. Die vergleichsweise niedrige Helligkeitsangabe und die stärkeren Daten des A400U werfen jedoch Fragen zur Positionierung auf. Preislich beginnt die neue A400-Serie bei 599 Euro, der A400 Pro startet bei 699 Euro.

LarsStephan
LarsStephan
Ich bin Technik-Enthusiast, Digital-Nerd und kreativer Kopf hinter PixelFlow.eu – einem Online-Magazin, das Technik nicht nur erklärt, sondern erlebbar macht. Mit einem Gespür für Trends, einem Faible für smarte Lösungen wie Balkonkraftwerke und einem offenen Blick für alles, was sich durch Strom, Daten und Innovation antreiben lässt, schreibe ich unterhaltsam und journalistisch über das, was die Tech-Welt bewegt. Ob Produkttest, Event oder Branchen-Insight – mein Ziel ist es, Technik verständlich, relevant und mit einem Augenzwinkern rüberzubringen. Für Early Adopters genauso wie für Alltagsnutzer.

PixelCheck - neuste Tests

- Advertisement -spot_img

Latest PixelChecks