Inhaltsverzeichnis
- Wie viel Strom im Dezember und Januar noch möglich ist
- Praxiswerte aus einem realen Balkonkraftwerk
- Warum der Winter weniger Solarstrom bringt
- Der typische Verlauf über den Winter
- Warum Solarmodule Kälte mögen
- Auch kleine Mengen Strom helfen
- Schnee auf den Modulen
- Warum der Sommer den Großteil des Stroms liefert
- Was man von einem Balkonkraftwerk im Winter erwarten kann
- Fazit
Wie viel Strom im Dezember und Januar noch möglich ist
Viele Menschen installieren ein Balkonkraftwerk im Frühjahr oder Sommer. Die Sonne scheint lange, die Module liefern ordentlich Strom und die Stromrechnung sinkt sichtbar. Spätestens im ersten Winter kommt dann die große Frage.
Was produziert die Anlage eigentlich noch im Dezember oder Januar?
Die kurze Antwort lautet: weniger als im Sommer, aber deutlich mehr als viele denken. Ein Balkonkraftwerk arbeitet das ganze Jahr über. Selbst an kalten Tagen mit wenig Sonne entsteht Strom. Die Erträge sind im Winter zwar kleiner, aber sie sind real und messbar.
Um ein realistisches Bild zu bekommen, lohnt sich ein Blick auf echte Praxisdaten.
Praxiswerte aus einem realen Balkonkraftwerk
Die folgenden Werte stammen aus einer real betriebenen Anlage. Sie zeigen sehr gut, wie stark sich die Stromproduktion im Laufe des Jahres verändert.
| Monat | Stromproduktion |
|---|---|
| November | 10,87 kWh |
| Dezember | 6,31 kWh |
| Januar | 6,96 kWh |
| Februar | 15,64 kWh |
| Juli | 74,42 kWh |
Der Unterschied ist deutlich sichtbar. Während im Hochsommer über 70 kWh möglich sind, liegt die Produktion im tiefen Winter nur im einstelligen Bereich.
Das ist jedoch völlig normal und entspricht dem typischen Verlauf von Photovoltaikanlagen in Deutschland.
Warum der Winter weniger Solarstrom bringt
Der wichtigste Faktor ist die Tageslänge. Im Juni scheint die Sonne oft über 16 Stunden am Tag. Im Dezember sind es teilweise weniger als acht Stunden. Gleichzeitig steht die Sonne im Winter deutlich tiefer. Dadurch trifft weniger Strahlung auf die Solarmodule.
Hinzu kommt das Wetter. Bewölkung, Nebel oder Regen reduzieren die Einstrahlung zusätzlich. All diese Faktoren sorgen dafür, dass die Solarproduktion in den dunklen Monaten deutlich sinkt.
Die Praxisdaten zeigen das sehr klar.
Im Juli produziert die Anlage 74,42 kWh.
Im Dezember sind es 6,31 kWh.
Das entspricht ungefähr einem Zehntel der Sommerproduktion.
Der typische Verlauf über den Winter
Interessant ist der Unterschied zwischen den einzelnen Wintermonaten.
November bringt häufig noch überraschend solide Werte. Die Tage werden zwar kürzer, aber die Sonne steht noch etwas höher als im Dezember. Das zeigt sich auch in den Praxisdaten. Mit 10,87 kWh im November liegt der Ertrag deutlich über dem Dezemberwert.
Dezember ist in vielen Regionen der schwächste Solar-Monat des Jahres. Kurze Tage und häufig bewölkter Himmel drücken die Produktion. Im Januar bleibt die Leistung meist ähnlich niedrig. In diesem Beispiel erzeugt die Anlage 6,96 kWh, also nur etwas mehr als im Dezember.
Im Februar sieht die Situation bereits deutlich besser aus. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt wieder an Kraft. Mit 15,64 kWh verdoppelt sich die Produktion im Vergleich zu Dezember und Januar beinahe.
Warum Solarmodule Kälte mögen
Viele denken, dass Solaranlagen bei Hitze besonders gut arbeiten. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Solarzellen arbeiten effizienter, wenn sie kühl sind. Hohe Temperaturen können den Wirkungsgrad leicht reduzieren.
Im Winter sind die Module oft deutlich kühler. Wenn die Sonne scheint, können sie deshalb sehr effizient arbeiten.
Der begrenzende Faktor bleibt die geringere Sonneneinstrahlung.
Auch kleine Mengen Strom helfen
Auf den ersten Blick wirken sechs oder sieben Kilowattstunden im Monat wenig. Doch dieser Strom wird direkt im Haushalt genutzt. Viele Geräte laufen rund um die Uhr.
Typische Dauerverbraucher sind:
- Router
- Kühlschrank
- Smart-Home-Geräte
- Standby-Verbrauch von Fernsehern oder Computern
- Netzwerkhardware
Dieser Grundverbrauch liegt oft zwischen 100 und 300 Watt.
Selbst kleine Mengen Solarstrom können einen Teil davon abdecken. Gerade an sonnigen Wintertagen entsteht genug Energie, um diese Dauerlast teilweise zu versorgen.
Schnee auf den Modulen
Schnee kann kurzfristig die Stromproduktion stoppen. Wenn Module komplett bedeckt sind, gelangt kein Licht mehr zu den Solarzellen.
In der Praxis bleibt Schnee jedoch selten lange liegen. Die glatte Oberfläche der Module sorgt dafür, dass Schnee oft von selbst abrutscht. Sobald wieder Licht auf die Module trifft, beginnt die Anlage sofort wieder Strom zu erzeugen.
Warum der Sommer den Großteil des Stroms liefert
Der Vergleich zwischen Juli und Winter zeigt deutlich, wo der Hauptteil der Solarproduktion entsteht.
Im Juli erzeugt die Anlage 74,42 kWh.
Das ist mehr als die gesamte Produktion aus November, Dezember, Januar und Februar zusammen. Dieser saisonale Unterschied ist typisch für Photovoltaik in Mitteleuropa.
Die meisten Anlagen erzeugen 70 bis 80 Prozent ihres Jahresstroms zwischen März und September. Der Winter ist daher eher eine Ergänzung zur Hauptproduktion.
Was man von einem Balkonkraftwerk im Winter erwarten kann
Realistische Erwartungen helfen dabei, die eigene Anlage besser einzuschätzen. Ein Balkonkraftwerk produziert im Winter weniger Strom, arbeitet aber weiterhin zuverlässig.
An sonnigen Tagen entsteht auch im Januar noch Energie. Die Tagesproduktion kann dann zwischen 0,3 und 1,5 kWh liegen, abhängig von Wetter und Standort.
Über den gesamten Monat summiert sich das zu mehreren Kilowattstunden. Diese Energie fließt direkt in den Haushalt und reduziert den Netzstrombedarf.
Fazit
Ein Balkonkraftwerk arbeitet auch im Winter. Die Produktion fällt deutlich geringer aus als im Sommer, bleibt aber messbar.
Praxisdaten zeigen sehr gut, wie stark sich die Erträge über das Jahr verändern. Während im Juli über 70 kWh möglich sind, liegen Dezember und Januar oft nur bei rund 6 bis 7 kWh.
Der Februar zeigt bereits wieder einen deutlichen Anstieg, weil die Tage länger werden.
Über das gesamte Jahr betrachtet liefert die Anlage trotzdem einen spürbaren Beitrag zur Stromversorgung im Haushalt. Der Winter ist daher kein Stillstand für ein Balkonkraftwerk. Er ist einfach nur die ruhigere Phase im Solarjahr.