KI ist heute oft noch eine App. Man öffnet sie, stellt eine Frage, bekommt eine Antwort und schließt sie wieder. Wechselt man vom Laptop zum Smartphone, ist der Kontext weg. Genau an dieser Stelle setzt Lenovo auf der CES 2026 mit Qira an – nicht als weiterer Assistent, sondern als Personal Ambient Intelligence, die auf Systemebene arbeitet und Lenovo- sowie Motorola-Geräte miteinander verbindet.
Der Anspruch ist klar: Qira soll verstehen, woran Nutzer gerade arbeiten, nächste Schritte antizipieren und dabei helfen, den Tag mühelos zu meistern – ohne ständiges Wechseln zwischen Apps, Geräten oder Oberflächen. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelnes Feature, sondern das Zusammenspiel aus Präsenz, Handlung und Wahrnehmung.
Inhaltsverzeichnis
Von App-KI zu System-KI: Warum Qira anders gedacht ist
Lenovo beschreibt Qira als Abkehr von klassischer, app-basierter KI hin zu ambienter Intelligenz. Das ist mehr als ein Buzzword. Eine App ist ein Werkzeug, das man bewusst nutzt. Ambient Intelligence ist eine Schicht, die kontinuierlich begleitet, sich zurücknimmt, wenn Fokus gefragt ist, und im richtigen Moment unterstützt.
Gerade im Arbeitsalltag ist das relevant. Zwischen Meetings, Dokumenten, Chats, Browser-Tabs und Kalendern geht Zeit nicht durch fehlende Tools verloren, sondern durch Reibung. Qira will genau diese Reibung reduzieren.
Die drei Säulen von Qira: Presence, Actions, Perception
Lenovo strukturiert Qira entlang von drei klaren Grundprinzipien, die zeigen, wie sich der Ansatz von klassischen Chatbots unterscheidet.
Presence
Qira ist auf Systemebene integriert und auf allen Geräten konsistent erlebbar. Kein erneutes Einrichten, kein neuer Kontext pro Gerät. Die Aktivierung erfolgt natürlich per Sprachbefehl „Hey, Qira“, über eine Taste oder per Antippen einer dauerhaft verfügbaren Schaltfläche. Ebenso wichtig: Qira kann proaktiv unterstützen oder bewusst im Hintergrund bleiben.
Actions
Qira soll nicht nur reagieren, sondern handeln. Aufgaben anstoßen, Gerätefunktionen nutzen, lokale KI einsetzen – auch offline. Damit wird aus einem Assistenten ein Agent, der Arbeitsschritte übernimmt, statt sie nur zu erklären.
Perception
Qira baut eine kombinierte Wissensbasis auf, die vom Nutzer freigegebene Erinnerungen, Dokumente und Interaktionen geräteübergreifend verbindet. Sensorik und Kontextverständnis helfen dabei, Muster zu erkennen und Kontinuität herzustellen. Datenschutz und Zustimmung stehen dabei ausdrücklich im Mittelpunkt.
Lenovo positioniert Qira nicht als Demo-KI, sondern als Begleiter für reale Nutzungsszenarien.
Next Move
Proaktive, kontextbezogene Vorschläge auf Basis aktueller Aktivitäten. Ziel ist nicht Bevormundung, sondern Orientierung ohne zusätzlichen Aufwand.
Write For Me
Texte direkt auf der aktuellen Oberfläche erstellen – E-Mails, Dokumente, Nachrichten oder Notizen. Qira passt Tonalität und Intention an und nimmt Nutzern die leere Seite ab.
Live Interaction
Multimodale Interaktion in Echtzeit bei Bildschirm- oder Kamera-Freigabe. Qira erkennt, worum es geht, ohne lange Erklärungen.
Catch Me Up
Zusammenfassungen verpasster Inhalte, Meetings oder Konversationen. Ideal für den Wiedereinstieg nach Abwesenheit.
Pay Attention
Echtzeit-Transkriptionen, Übersetzungen, Zusammenfassungen und später abrufbare Entscheidungen aus Meetings und Gesprächen.
Für Phasen mit höherer Konzentration ergänzt Lenovo das System um fokussierte KI-Bereiche wie eine Creator Zone, in der kreative Arbeit bewusst abgeschirmt stattfinden kann.
Datenschutz als Grundvoraussetzung
Ambient Intelligence funktioniert nur mit Vertrauen. Lenovo setzt bei Qira auf eine hybride KI-Architektur, bei der möglichst viel Verarbeitung lokal auf dem Gerät erfolgt. Cloud-Dienste erweitern Funktionen, bleiben aber kontrollierbar. Zustimmung, Transparenz und Sicherheit sind keine Zusatzfeatures, sondern Grundlage des Konzepts.
Verfügbarkeit ab 2026
Qira startet im ersten Quartal 2026 auf ausgewählten Lenovo-Geräten und wird anschließend auf unterstützte Motorola-Smartphones ausgeweitet. Bestehende Lenovo-AI-Now-Nutzer sollen per Over-the-Air-Update migrieren können. Der Ausbau erfolgt schrittweise.
PixelFlow-Einordnung
Lenovo setzt mit Qira auf das, was KI im Alltag wirklich besser machen kann: Kontext, Kontinuität und weniger Reibung zwischen Geräten. Wenn Qira nicht nur informiert, sondern sinnvoll handelt und dabei Datenschutz konsequent umsetzt, ist das mehr als ein CES-Feature.
Dann wird KI nicht lauter, sondern leiser – und genau darin liegt ihre Stärke.