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Freitag, Januar 9, 2026

Lenovo auf der CES 2026: Proofs of Concept, die zeigen, wohin KI wirklich will

Es gibt CES-News, die sind nett. Neue Geräte, neue Chips, neue Zahlen. Und dann gibt es diese Ankündigungen, bei denen man sofort merkt: Hier wird nicht nur ein Produkt gezeigt, hier wird ein Zukunftsbild getestet. Genau in diese Kategorie fällt Lenovos Proof-of-Concept-Offensive zur CES 2026.

Lenovo stellt eine ganze Reihe visionärer Konzepte vor, die sich um eine zentrale Idee drehen: KI-fähige Geräte sollen nicht mehr nur „smart“ sein, sondern sich wie ein vernetzter Teil des Alltags anfühlen. Produktivität, Nutzererlebnis und sogar Wohlbefinden werden dabei nicht als Extra verkauft, sondern als Grundfunktion gedacht. Vom rollbaren ThinkPad über einen persönlichen KI-Hub bis hin zu KI-Brille, smarten Displays und selbstladendem Zubehör entsteht ein Blick auf das, was nach den klassischen Laptop-Refreshes kommen könnte.

ThinkPad Rollable XD Concept: Mehr Bildschirm, ohne mehr Gepäck

Das ThinkPad Rollable XD Concept ist Lenovos Antwort auf ein Problem, das fast jeder kennt, der unterwegs arbeitet: Ein 13-Zoll-Laptop ist mobil, aber beim Multitasking schnell zu klein. Ein 16-Zoll-Gerät ist angenehm, aber schwerer und sperriger. Lenovo versucht, diesen Widerspruch aufzulösen, indem der Bildschirm einfach mitwächst.

Das Konzept startet als kompaktes 13,3-Zoll-Gerät und erweitert sich auf nahezu 16 Zoll. Damit entstehen über 50 Prozent mehr Arbeitsfläche, ohne dass man ein größeres Notebook mitnehmen muss. Das ist nicht nur „cool“, das ist praktisch. Zwei Dokumente nebeneinander, Videocalls plus Notizen oder kreative Tools mit mehr Timeline-Platz.

Spannend ist auch die Art der Bedienung: Swipe-to-X-Gesten, Sprachsteuerung, schnelle Wechsel der Modi. Dazu kommt eine transparente 180-Grad-Abdeckung aus Gorilla Glass Victus 2, die nicht nur schützt, sondern die Mechanik sichtbar macht. Lenovo zeigt hier bewusst: Das ist High-Tech, aber es soll sich alltagstauglich anfühlen.

Und dann kommt der KI-Teil, der dieses Konzept wirklich interessant macht: Live-Übersetzung, Sprachassistent, multimodale Interaktion und sogar Nutzung bei geschlossenem Deckel. Lenovo denkt dieses Device nicht nur als Laptop, sondern als Plattform für hybride Szenarien, Retail-Signage und One-to-Many-Anwendungen.

Lenovo Personal AI Hub Concept: Deine private KI-Zentrale für alle Geräte

Wenn das ThinkPad-Konzept für „mehr Display“ steht, dann steht das Personal AI Hub Concept für „mehr Kontext“. Lenovo beschreibt das als persönlichen KI-Hub im Sinne eines Edge-Cloud-Devices, das KI-Anwendungen für PCs, Smartphones, Wearables und Smart-Home-Umgebungen unterstützt.

Das Bild dahinter ist klar: Statt dass jedes Gerät für sich alleine „smart“ ist, wird KI in die Mitte gelegt. Daten und Interaktionen laufen zusammen, damit sich Modelle und Automationen mit dem Nutzer weiterentwickeln. Der Hub soll berührungs- und sprachaktiviert sein und ein sehr persönliches KI-Erlebnis ermöglichen, ohne dass alles zwingend in eine anonyme Cloud abwandert.

Ob und wie so etwas marktreif wird, ist offen. Aber als Konzept ist es ein starker Hinweis darauf, wohin sich KI-Computer entwickeln könnten: weg von einzelnen AI-Features, hin zu einer privaten, konsistenten KI-Schicht über mehrere Geräte hinweg.

Lenovo AI Glasses Concept: KI im Blickfeld statt in Menüs

KI wird erst dann wirklich alltagstauglich, wenn sie nicht mehr nach Aufmerksamkeit schreit. Und genau da setzen die Lenovo AI Glasses Concept an. Die Brille soll drahtlos mit einem Smart Device verbunden sein und per Touch sowie Sprache bedienbar sein. Dazu kommen Freisprechen, Multimedia-Steuerung und ein Teleprompter-Modus für Präsentationen.

Das größte Versprechen steckt aber in den KI-Funktionen: Live-Übersetzungen in Millisekunden, intelligente Bilderkennung, schnelle Kontextinfos zu dem, was man sieht und hört. Und eine Catch-Me-Up-Funktion, die Benachrichtigungen über mehrere Geräte hinweg zusammenfasst.

Mit nur 45 g Gewicht und bis zu 8 Stunden Laufzeit positioniert Lenovo das Konzept als „KI-gestütztes Leben“, das dich begleitet, ohne dich auszubremsen. Die Brille ist damit weniger Gadget und mehr Interface-Idee: KI soll dich nicht ans Display binden, sondern dich davon lösen.

Smart Sense Display und AI-Powered Displays: Der Monitor wird zum Hub

Auch bei Displays geht Lenovo 2026 über „mehr Hertz“ hinaus. Das Smart Sense Display Concept wird als intelligenter Hub gedacht, der nicht nur per Kabel arbeitet, sondern automatisch drahtlos zu mehreren persönlichen Geräten verbinden kann. Inhalte schnell raufziehen, Zusammenarbeit auf mehreren Screens, Fenster flexibel managen, per Drag-and-Drop arbeiten.

Dazu kommt ein weiterer Ansatz, der besonders spannend ist, weil er nicht nur Produktivität adressiert, sondern Wohlbefinden: Ein KI-gestütztes, personalisiertes Display, das sich je nach Nutzerprofil, Tageszeit und Standort anpasst. Helligkeit, Farbtemperatur, sogar Hinweise auf Körperhaltung, Augenermüdung und andere Faktoren. Das ist nicht nur Komfort, das ist eine neue Kategorie von „Ambient Computing“, bei der Technik im Raum mitdenkt.

Smart Accessories: Tastatur, die sich anpasst, und Zubehör, das sich selbst versorgt

Lenovo zeigt auch bei Zubehör, wie KI und Hardware-Design zusammengehen können.

Das Adaptable Keyboard Concept klingt wie eine Kleinigkeit, ist aber in der Praxis ein echter Hebel: Einstellbarer Hub und Auslösepunkte, damit sich die Tastatur je nach Szenario anders anfühlt. Gaming schnell und direkt, Arbeit kontrolliert und präzise. Eine Tastatur, die nicht nur Layout, sondern Charakter wechseln kann.

Noch konsequenter wird es beim Self-Charging Kit Concept: Tastatur und Maus, die mit Lichtgewinnung arbeiten und bereits bei geringer Innenraumbeleuchtung funktionieren sollen. Das Ziel ist klar: weniger Laden, weniger Kabel, weniger „Akku leer“-Momente. Gerade für mobile Workflows oder cleane Desk-Setups ist das eine logische Zukunftsidee.

PixelFlow-Einordnung: Lenovo testet nicht Produkte, sondern ein neues Tech-Gefühl

Was Lenovo auf der CES 2026 zeigt, ist vor allem Mut zur Richtung. Diese Proofs of Concept sind keine fertigen Kaufprodukte. Sie sind Tests für ein neues Tech-Gefühl.

Mehr Bildschirm ohne mehr Last. Mehr Kontext über mehrere Geräte. KI, die nicht nach Features aussieht, sondern nach Kontinuität. Displays, die nicht nur darstellen, sondern verstehen. Zubehör, das sich anpasst und sich im Idealfall selbst am Leben hält.

Wenn man daraus eine klare CES-These ableiten will, dann diese: 2026 geht es weniger darum, ob ein Gerät KI hat, sondern ob KI das Gerät wirklich besser im Alltag macht. Lenovo liefert dazu eine der spannendsten Konzept-Sammlungen der Messe.

LarsStephan
Ich bin Technik-Enthusiast, Digital-Nerd und kreativer Kopf hinter PixelFlow.eu – einem Online-Magazin, das Technik nicht nur erklärt, sondern erlebbar macht. Mit einem Gespür für Trends, einem Faible für smarte Lösungen wie Balkonkraftwerke und einem offenen Blick für alles, was sich durch Strom, Daten und Innovation antreiben lässt, schreibe ich unterhaltsam und journalistisch über das, was die Tech-Welt bewegt. Ob Produkttest, Event oder Branchen-Insight – mein Ziel ist es, Technik verständlich, relevant und mit einem Augenzwinkern rüberzubringen. Für Early Adopters genauso wie für Alltagsnutzer.

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